Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

An die Spaten, fertig, los!

Mit dem ersten Spatenstich begann symbolisch der Bau der Sporthalle in Schieritz. © Claudia Hübschmann

Am Freitag gab es den ersten Spatenstich für die neue Sporthalle in Schieritz. Gebaut wird aber noch lange nicht.

Diera-Zehren. Sie wird von vielen Freizeitsportlern aus der Gemeinde sehnsüchtig erwartet: die neue Sporthalle in Schieritz. Sie ist ein Ersatzneubau für die ehemalige Zehrener Schulturnhalle, die dreimal im Elbehochwasser unterging. Nach der letzten Flut 2013 wurde entschieden, diese nicht erneut aufzubauen. 

Am Freitagnachmittag wurde nach fast sechs Jahren der erste Spatenstich vollzogen. Es ist aber nur ein symbolischer Akt. Richtig gebaut wird erst ab März kommenden Jahres. Ursprünglich war von einer Bauzeit von rund einem Jahr die Rede. Wie Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos) am Freitag sagte, soll die Halle erst im August 2020 übergeben werden.

Die Kosten von rund drei Millionen Euro werden zum Teil aus Spendengeldern aufgebracht. So gaben die Johanniter Unfallhilfe und der Verein Arche Nova jeweils 150 000 Euro, der Arbeiter-Samariter-Bund steuert gar 400 000 Euro bei. 

Aus der Sportförderung des Freistaates Sachsen und aus Hochwasserhilfen fließen insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. Auch die Gemeinde Diera-Zehren muss einen Eigenanteil zahlen. Es entsteht eine Einfeld-Sporthalle mit Kegelbahn. Sie ist der Ersatz für die Kegelanlage in Niederlommatzsch, die ebenfalls vom Hochwasser überflutet wurde.

Unumstritten ist die Halle nicht. Die einen kritisieren die hohen Kosten für eine relativ kleine Anzahl an Freizeitsportlern, die Anwohner in Schieritz fürchten Lärm und dass ihre Grundstücke zugeparkt werden. 

Zudem sei die Zufahrtsstraße zu eng und nicht für so viele Fahrzeuge ausgelegt. Unzufrieden sind auch die Fußballer des SV Wacker Zehren. Sie kritisieren, dass die vier Kabinen in der Halle bei Fußballspielen nicht ausreichten, wenn gleichzeitig noch andere Sportler in der Halle trainierten. 

Zudem wollen sie ihr altes Vereinsheim behalten. Der stellvertretende Vereinschef Thomas Matthes nahm deshalb demonstrativ nicht am ersten Spatenstrich teil. Auch der Standort ist umstritten. Insgesamt standen vier Standorte zur Auswahl. „Die Sportler haben demokratisch entschieden, dass in Schieritz gebaut werden soll, das müssen wir akzeptieren“, so die Bürgermeisterin. Sie wolle Harmonie mit den Anwohnern. „Wir müssen uns zusammenreißen während des Baus und auch nach dem Bau“, sagte sie.

Die Bürgermeisterin setzt auf eine Symbiose mit dem in Zehren ansässigen Vereinen und darauf, dass weitere Sportler die neue Halle nutzen werden. Anfrage gäbe es schon, beispielsweise von Tänzern.