Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Jetzt steht der Plan für Glasinvest

Nach viel Hin und Her haben die Stadträte zugestimmt. Was gebaut werden soll, kann sich bald jeder ansehen.

So soll es künftig zwischen Meißner Straße, Hauptstraße und Freiligrathstraße aussehen. © Animation: aT2 Architekten

Radebeul. Es hat Jahre gedauert, um die Industriebrache Glasinvest an der Meißner Straße in Radebeul-Ost zu planen. Mehrfach haben die Investoren gewechselt. Jetzt ist alles in zwei Händen – zum einen bei der Sächsischen Wohnimmobilien GmbH (SWG) des Radebeulers Peter Heil, zum anderen bei der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz.

Erst wollte die TLG Liegenschaftsgesellschaft das Areal bebauen und einen großen Einkaufsmarkt ansiedeln. Dagegen war die Stadt. Dann gab es einen Architektenwettbewerb, dessen Ergebnisse den Bürgern der Stadt vorgelegt wurden. Etwa 300 äußerten sich dazu. Doch auch der Bürgermeinung wollten Räte und Planer nicht folgen. Die letztlich praktikabelsten Pläne legte schließlich das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi vor.

An diesen Plänen störten sich die Stadträte allerdings auch – vor allem an Häusergrößen und Tiefgaragenzufahrten. Wiederholt haben die Architekten in den vergangenen zwölf Monaten für Heil umgeplant. Die letzten vier Wochen noch einmal, nachdem es bereits einen Beschluss zum öffentlichen Auslegen der Pläne gab. Vor wenigen Tagen einigten sich Räte mit Planern und Investor auf eine Variante für Radebeuls letzte große Stadtbaufläche. Die Pläne werden nun den Bürgern gezeigt.

Was die beiden großen Investoren auf dem Areal errichten wollen

Der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz gehören 2 583 Quadratmeter. Ein Grundstück an der Südostseite des Areals im Winkel von Meißner Straße und Freiligrathstraße. In dem Gebäudewinkel will die WG Lößnitz 35 Wohnungen in den Gebäuden errichten. Deren Größen werden zwischen 60 und 80 Quadratmetern liegen, so Architekt Frank Mehnert.

Peter Heil möchte mit seiner SWG 118 Wohnungen in insgesamt neun Gebäuden einrichten. Den größeren Teil davon will die Volkssolidarität Elbtalkreis für ihre Bewohner an der Meißner Straße, Hauptstraße für betreutes Wohnen anmieten. Dafür, so Volkssolidaritätsgeschäftsführer Frank Stritzke, gibt es bereits über 100 Anfragen. Die Wohnungen der SWG sind in Größen von 65 bis 95 Quadratmetern geplant. Peter Heil kündigte an, entgegen früheren Vorstellungen, dass er die Wohnungen vermieten wolle. 54 der 118 Wohnungen sollen in den Einzelhäusern hinter den Gebäuden an der Meißner Straße entstehen. Vier Gebäude werden an der Nordseite gebaut, eins an der Freiligrathstraße. Diese Gebäude sind dreigeschossig. An der Meißner Straße dürfen vier Geschosse errichtet werden. Das obere Geschoss ist dort zurückgesetzt. Die zwei Gebäude im Arealinneren sollen ebenfalls vier Stockwerke haben, auch mit zurückgesetztem Obergeschoss. Die Gebäude haben alle Walmdächer.

Die Meißner Straße von Ost nach West, rechts das Ex-Glasinvest-Areal. © Animation: aT2 Architekten

Wie geparkt wird und wo die Ausfahrten jetzt sind

Einer der wesentlichen Punkte der Auseinandersetzung in der mehrjährigen Planung war die Abstimmung über die Zu- und Ausfahrten aus dem Areal, vor allem für die Tiefgaragen. Entgegen früheren Plänen gibt es jetzt keine Ausfahrt mehr an der Meißner Straße. Dort wird mit der Sanierung der Meißner Straße eine neue Straßenbahnhaltestelle entstehen.

Die Tiefgarage kann über eine Ein- und Ausfahrt an der Hauptstraße sowie über eine Ausfahrt an der Freiligrathstraße – rechts abbiegend zur Meißner Straße – befahren werden.

Was an der Größe verändert wurde und wie gebaut werden könnte

Vor allem in den letzten vier Wochen mussten die Planer nochmals gehörig ran. Die Räte hatten größere Abstände zwischen den Häusern gefordert, mindestens zehn Meter. Architekt Mehnert: „Das haben wir jetzt erreicht. Es sind mindestens zehn Meter, teils sogar über 13 Meter.“ Das hat zur Folge, dass über 800 Quadratmeter Bruttogeschossfläche (die Häuser rundherum gemessen) weniger gebaut werden. Damit sind es weniger Wohnungen als vorher und auch weniger Garagenstellplätze.

Ein wesentlicher Konflikt bestand zwischen dem Gebäude der Wohnungsgenossenschaft und der SWG an der Meißner Straße. Die WG Lößnitz wollte hier eine klare Trennung, was eigentlich eine Abstandsfläche bedeutet hätte. Peter Heil habe den Konflikt aufgelöst, indem er der Genossenschaft ein Stück Grundstück schenkte, worauf etwa zehn Wohnungen für diese mehr gebaut werden können als vorher. Die Trennung an der Meißner Straße ist jetzt per Gebäudekante dargestellt.

Umgesetzt werden könnte das mindestens 40 Millionen Euro teure Bauvorhaben ab Sommer 2020. Vorher müssen die Auslage der Pläne, das Abwägen der Einwände darauf, das Einreichen des Bauantrages und dessen erfolgreiche Genehmigung erfolgen.