Das Bootshaus nimmt Gestalt an

Nächste Woche ist das Richtfest geplant. Doch es fehlen noch zwei Bauabschnitte.

Ein imposantes Halbtonnendach aus Holzbalken überspannt das neue Bootshaus, welches äußerlich noch im nackten Beton an der Uferstraße aufgebaut wird. © Norbert Millauer

Radebeul. So sicher und solide gibt es kaum ein Bootshaus entlang der Elbe. Das Grundstück und die Gebäude an der Uferstraße und Festwiese gehören der Stadt Radebeul. Nach dem letzten Hochwasser war die Entscheidung im Stadtrat gefallen, dass die Immobilie nicht nur hochwassersicher, sondern auch modernisiert werden soll. Die etwa 200 Sportler, die hier in den Abteilungen Rudern, Kanu und Segeln beim SSV Planeta trainieren, rechtfertigen den Aufwand. Sie haben wiederholt Medaillen bei Deutschen Meisterschaften erkämpft.

Der Neubau am Elberadweg sieht zunächst recht nüchtern aus. Doch in den letzten Wochen nehmen die äußeren Formen Gestalt an. Vor allem weil der zweite Bauabschnitt, das Obergeschoss, im Grunde aufgebaut ist. Zu ebener Erde befindet sich die große, in drei Bereiche geteilte Halle. Den größten, den mittleren Bereich, nutzen die Ruderer. Auf der Ostseite haben die Kanuten ihre Boote in Regalen eingelagert. Auf der Westseite ist die Bootswerkstatt – hier wird gerade ein historischer Wanderruderer abgeschliffen und wieder aufgearbeitet.

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Blaue Tore auf der Südseite lassen sich schnell auf- und zufahren. Nüchterner Beton für die Halle, die bei Hochwasser schnell geräumt und danach mit dem Wasserschlauch wieder gereinigt werden kann. Auch haben die Architekten des Baus, das Radebeuler Büro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi, das Gebäude Bau so konstruiert, dass die Bodenplatte mit Ankern sehr fest im Boden steckt und nicht aufgeschwemmt werden kann.

Das neue Bootshaus an der Uferstraße. © Norbert Millauer

Das Obergeschoss besteht grundsätzlich aus einem überdachten Bereich und einer auf der Südseite angelegten offenen Dachfläche. Ein Teil davon wird Terrasse, ein Teil wird von Kies bedecktes Dach. Im geschlossenen Bereich werden die Umkleide- und Sanitärbereiche für Frauen und Männer eingerichtet. Der größte Raum ist für die Kraftgeräte und einen kleinen Gymnastikbereich vorgesehen. Über allem ist bereits ein imposantes Halbtonnendach aus Holzbalken.

Nächste Woche Donnerstag wollen die Vereinssportler vom SSV Planeta das Richtfest für die Handwerker und den Bauherrn, die Stadt, ausrichten. Zum Jahresende soll das neue Gebäude fertig sein. Im Frühjahr wird rund um den Bau die Außenanlage hergerichtet, sagt Radebeuls Zweiter Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU), der auch für die Sportanlagen zuständig ist.

Der Bau kostet im Erdgeschoss, der Bootshalle und Werkstatt, rund 1,87 Millionen Euro und wird gefördert, sodass die Stadt nur etwa 300 000 Euro davon aufbringen muss. Für das Obergeschoss gelten andere Förderbedingungen, hier muss die Stadt etwa 70 Prozent der veranschlagten 960 000 Euro bezahlen.

Die gesamte Bootshausanlage mit Grundstück wird allerdings noch einen dritten und vierten Bauabschnitt benötigen. Nummer drei ist die Sanierung des historischen Bootshauses. Der alte, von Rissen befallene Sanitärtrakt soll abgerissen und das historische Gebäude wieder in seiner ehemaligen Schönheit hergerichtet werden. Bauabschnitt vier werden das Außengelände und die Steganlagen sein.

Bürgermeister Lehmann: „Wir haben hier ein Filetstück an der Elbe, welches nicht nur unsere einheimischen Wassersportler reichlich nutzen. Es ist auch ein Anlaufpunkt für viele Touristen, die in Radebeul anlegen.“