Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Eine neue Abbiegerspur für die B 169?

Gäste, Mitarbeiter und Zulieferer würden Tiefenau mehr Verkehr bringen – der auf neuen Wegen geführt werden soll.

© SZ-Grafik

Tiefenau. Golfspieler, Feriengäste, Service-Personal: Wenn das Ferienresort des niederländischen Unternehmers Henry de Jong in Tiefenau einmal steht, sollen täglich Hunderte Menschen rund um das Gelände unterwegs sein. Allein der Golfplatz soll wochentäglich 70 Besucher haben, an Wochenende und Feiertagen mehr als doppelt so viele.

Bei den Planungen für die Ferienanlage spielt deshalb eine wichtige Rolle, wie diese Menschen künftig mit dem Auto in das Resort hinein- und wieder wegfahren. In den derzeit ausliegenden Resort-Planungen findet sich dazu unter anderem eine 35-seitige Studie. In dieser haben Verkehrsplaner anhand prognostizierter Gästezahlen abgeleitet, wie viel Verkehr künftig bei Tiefenau vermutlich fließt, daraus abgeleitet, wie dieser Strom geführt werden soll.

Bei einer 55-prozentigen Belegung von Hotel und Ferienhäusern gehen die Planer zum Beispiel von 380 Pkw- und vier Lkw-Fahrten pro Tag aus – Liefer- und Personalverkehr inklusive. Beim Golfplatz wird von 95 Pkw-Fahrten täglich von knapp 100 Pkw-Fahrten und einer Lkw-Fahrt ausgegangen.

Die Planer haben in ihrer Studie zwei Erschließungsvarianten für das Resortgelände gegenübergestellt: In der einen wird ein Teil des Verkehrs von der S 89 beziehungsweise von Heidehäuser her über den Heidehäuser Weg in Richtung des Tiefenauer Rittergutsgeländes geführt, wo in Zukunft das „Herz“ des Resorts liegen soll. 

Dafür müsste der erst vor Kurzem von der Gemeinde sanierte Spansberger Weg noch einmal gründlich ausgebaut werden. Geschätzte Kosten: bis zu 540.000 Euro. Ein deutlich größerer Anteil an Fahrzeugen käme aber von der B 169 her.

Das dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum die Planer die zweite Erschließungsvariante empfehlen: Die kommt ohne den Ausbau des Heidehäuser Wegs aus. Sämtlicher Erschließungsverkehr würde dann von der B 169 in das Resortgelände geführt. 

Dafür würde nach Vorstellungen der Planer die Bundesstraße in Höhe des Heidehäuser Wegs umgebaut. Demnach soll ein Linksabbieger-Streifen entstehen. Dessen Bau würde nach Schätzungen der Planer nur knapp 50.000 Euro kosten.

Über diese Spur müssten dann auch alle Tiefenauer, die am Spansberger Weg wohnen, künftig langfahren, wenn sie von Lichtensee aus nach Hause wollen. Denn von der B 169 nach links in den Spansberger Weg abzubiegen, soll nach Vorstellung von Henry de Jongs Verkehrsplanern künftig nicht mehr möglich sein. 

Die künftige Verkehrsstärke auf der Bundesstraße würde weder die eine noch die andere Erschließungsvariante maßgeblich beeinflussen: Zwischen Lichtensee und Gröditz sei eine Zunahme von weniger als fünf Prozent gegenüber der Verkehrsprognose angegeben, so die Planer, die sich nach eigenen Angaben auf die Landesverkehrsprognose 2030 und Daten des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Der Bebauungsplan-Entwurf für das Tiefenauer Ferienresort, inklusive aller Unterlagen, liegt noch bis Freitag, 5. Juli, öffentlich in den Gemeindeverwaltungen Wülknitz und Röderaue aus. Auch auf den Webseiten der Gemeinden können die Dokumente heruntergeladen werden.