Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Glasinvest kurz vorm Zieleinlauf

Am Mittwoch sollen die Radebeuler Stadträte entscheiden, ob 2020 endlich gebaut werden darf.

Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet.
Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet. © Visualisierung: Architekturbüro AT2

Vier Jahre sind ins Land gegangen, seitdem ganz konkret für den ehemaligen Standort von Glasinvest an der Meißner Straße in Ost geplant wird. Vorher und auch seitdem hatten sich potenzielle Investoren dafür interessiert, auch Pläne vorgelegt. Die Besitzverhältnisse für die Fläche haben sich wiederholt geändert. Zwei der Investoren haben letztlich durchgehalten und wollen jetzt auch bauen.

Es sind die Sächsische Wohnimmobilien GmbH (SWG) des Radebeulers Peter Heil und die Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz. Sie wollen auf dem Areal von einer Gesamtgröße von rund 15.000 Quadratmetern zusammen in mehreren Gebäuden fast 150 Wohnungen errichten.

Der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz gehören 2.583 Quadratmeter. Das betrifft die Fläche an der Südostseite im Winkel von Meißner Straße und Freiligrathstraße. In dem Gebäudewinkel will die WG Lößnitz 35 Wohnungen bauen, deren Größen werden zwischen 60 und 80 Quadratmetern liegen, so der Radebeuler Architekt Frank Mehnert, welcher mit seinem Büro aT2 für die Pläne beider Bauherren zuständig ist.

Peter Heil möchte zwei Gebäude an der Meißner Straße sowie im Eck Meißner Straße, Hauptstraße errichten. Sieben weitere Häuser sind hinter diesen Richtung Weinbergseite geplant. An der Meißner Straße sind 54 Wohnungen vorgesehen. Zur Straße hin werden diese Wohnungen mehrfach verglaste Wintergärten bekommen, so dass die Verkehrsgeräusche der Hauptstraße in den Wohnungen nicht ankommen sollen.

In den sieben Stadthäusern dahinter sind 52 Wohnungen vorgesehen – mit zwei, drei und vier Räumen und Größen von 60 bis 100 Quadratmetern. Unter einem Großteil des Areals wird eine Tiefgarage eingerichtet. 66 Stellplätze soll es hier geben. Die Einfahrt ist an der Hauptstraße, wo weitere Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden. Diese sind für Kunden der Geschäfte gedacht, die im Erdgeschoss der Häuser an der Meißner Straße angesiedelt werden sollen. Dazu gehören der Drogeriemarkt Rossmann, eine Bäckerei mit Café und eine Bank. Außerdem hat Heil neuerdings auch Ärzte als Mietinteressenten gefunden.

Von der Einkaufsstraße Hauptstraße in Radebeul-Ost wird mit dem Sanieren der Meißner Straße zwischen Gleisdreieck und Eduard-Bilz-Straße eine direkte Verbindung als Fußgängerübergang ins Glasinvest-Areal angelegt. Der Übergang befindet sich an der Westseite der geplanten neuen Straßenbahnhaltestelle. Über die Meißner Straße gelangt der Bürger auf einen kleinen Platz mit Bäumen und Bänken. Ein Durchgang zwischen den Fronthäusern führt ins Wohngebiet mit den Stadthäusern dahinter.

Zuletzt hatten die Stadträte eine weitere Auslegung der Pläne gefordert und die Fassadengestaltung mit in den Durchführungsvertrag – den Investor und Stadt unterschreiben – aufgenommen. Nach der Auslage gab es eine Einwendung von einem Bürger, der darum bittet, den Fahrradverkehr auf der Hauptstraße passend mit einzuordnen.

Zu dem, was die Investoren mit übernehmen müssen, gehören auch die Sanierung der Hauptstraße bis zur Goethestraße sowie das Verbreitern des Gehweges in der Freiligrathstraße. Im Durchführungsvertrag sind alle Details und Verpflichtungen beschrieben, etwa auch, was gepflanzt werden soll. Zum Beispiel auf dem Vorplatz an der Ecke Hauptstraße, Meißner Straße. Rund 650.000 Euro planen die Investoren für das Bauen an öffentlichen Straßen und Plätzen im Gebiet ein.

Bekommen die jetzt ausführlich im Stadtentwicklungsausschuss besprochenen Pläne nach dem Ausschuss auch die mehrheitliche Zustimmung im Stadtrat, dann will das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi im Januar den Bauantrag für alle Vorhaben einreichen. Ziel sei es, im Frühjahr mit dem Erdaushub zu beginnen und die Tiefbauarbeiten 2020 abzuschließen, sagt Peter Heil. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren.