Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Neue Sporthalle in Schieritz wird eröffnet

Neun Jahre nach der letzten Flut wird die neue Sporthalle in Schieritz eingeweiht. Die hochwassergeschädigte Halle in Zehren wurde abgerissen.

Schon seit Herbst vorigen Jahres fertig, nun wird sie eingeweiht: die neue Sporthalle in Schieritz.
Schon seit Herbst vorigen Jahres fertig, nun wird sie eingeweiht: die neue Sporthalle in Schieritz. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Lange mussten die Freizeitsportler im linkselbischen Teil der Gemeinde Diera-Zehren auf eine neue Sporthalle warten, doch jetzt ist es so weit. Am Montag wird die neugebaute Sporthalle in Schieritz eingeweiht. Sie ist der Ersatzbau für die Turnhalle der ehemaligen Schule in Zehren, die nach der Schulschließung für den Freizeitsport genutzt wurde. Doch nachdem die Halle 2002 und 2013 komplett im Hochwasser gestanden hatte, wurde entschieden, sie nicht wieder zu sanieren, sondern abzureißen. Die Gefahr einer erneuten Überflutung bestand weiter, da sich die Halle im Hochwassergebiet befand.

 

Von den Sportlern wurde ein Neubau gefordert, doch umstritten war er nicht. Immerhin wurden die Kosten mit 3,2 Millionen Euro angesetzt. Doch die Gemeinde fand einen Weg, das Projekt zu finanzieren. Das Geld kam aus Fördermitteln aus dem Hochwasserprogramm von Bund und Freistaat Sachsen und aus Spenden der Arche-Nova-Initiative für Menschen in Not, des Arbeiter-Samariter-Bundes Sachsen und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Gemeinde musste einen Eigenanteil zahlen.

Entstanden ist nun eine Einfeld-Sporthalle mit einer Zwei-Bahnen-Kegelanlage. Diese soll die Kegelbahn in Niederlommatzsch ersetzen, welche ebenfalls im Hochwasser stand. Mit rund 400 Quadratmetern ist die Halle allerdings deutlich kleiner als die Zehrener, die eine Größe von rund 600 Quadratmetern hatte. Neben Toiletten, Umkleideräumen für 22 Personen und Nasszellen entstand auch ein Seminarraum. Außer Pkw-Stellflächen wurden auch Fahrrad-Stellplätze gebaut. Ein Ballfangzaun schützt angrenzende Einfamilienhäuser.

 

2002 und zuletzt im Juni 2013 stand die ehemalige Sporthalle Zehren im Elbehochwasser. Sie wurde inzwischen abgerissen.
2002 und zuletzt im Juni 2013 stand die ehemalige Sporthalle Zehren im Elbehochwasser. Sie wurde inzwischen abgerissen. © Archivfoto: Jürgen Müller

Einweihung wegen Corona verschoben

Im Dezember 2018 gab es den ersten Spatenstich. Die Bauzeit wurde mit mindestens einem Jahr angesetzt, doch es dauerte länger. Im Herbst vorigen Jahres war die Halle schließlich fertig, konnte aber wegen der Corona-Einschränkungen nicht genutzt werden. "Normalerweise war die Einweihung für Oktober vorigen Jahres geplant, doch wegen Corona haben wir das verschoben. Jetzt holen wir die offizielle Eröffnung nach", sagt Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos).

Glücklich ist sie mit dem Standort zwar nicht, weil auch dieser nicht völlig hochwassersicher ist. Deshalb wurde das Gelände aufgeschüttet, was allerdings die Baukosten erhöhte. Auch Obermuschütz und Naundorf waren als Standorte in Betracht gekommen. Doch die Zehrener hatten mit den Füßen abgestimmt: Sie sammelten 400 Unterschriften für den Standort Schieritz. Der Gemeinderat kam schließlich diesem Wunsch nach.

Proteste von Anwohnern

Doch in Schieritz gab es Gegenwind. Anwohner hatten neben der Hochwassergefahr auch Bedenken wegen der Verkehrssituation. Nach ihrer Ansicht reichen die 26 Pkw-Stellflächen nicht aus. Bereits ohne Halle seien bei Fußballspielen der Pappelweg und andere Straßen rund um den Sportplatz mit parkenden Fahrzeugen vollgestopft. Teilweise kämen die Anwohner nicht aus ihren Grundstücken heraus. Wenn dann parallel noch Veranstaltungen in der Halle stattfinden würden, verschärfe sich die ganze Problematik, hieß es. Außerdem fürchteten sie, dass durch Baufahrzeuge die Straßen und Wege zerkarrt würden. Allerdings kamen die Bedenken der Anwohner erst, als die Planungen abgeschlossen waren und es um den Bauantrag ging.

Diskussionen gab es auch darum, ob eine solche Halle für eine überschaubare Zahl an Freizeitsportlern überhaupt notwendig sei. Dies wird sich noch zeigen. Derartige Kritiker könnten sich im Moment bestätigt fühlen. Etliche Trainingszeiten sowohl in er Halle als auch in der Kegelbahn sind noch zu haben.

Offiziell wird die Halle am Montag, dem 12. Juli, um 12 Uhr eingeweiht. Am 17. Juni dann kann von 9.30 bis 13 Uhr die Sportanlage mit Kegelbahn besichtigt werden. Der Gymnastikverein Zehren und die Sportkegler der Landsportgemeinschaft Niederlommatzsch informieren über ihre Aktivitäten und darüber, wie man Mitglied werden kann.

Die Freizeitsportler freuen sich jedenfalls riesig über die neue Halle, die sie nun nach fast neun Jahren nutzen können.