Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft
Sächsische Zeitung
Donnerstag, 11.10.2018

Sechs neue Häuser wachsen

Wo Tausende jeden Tag vorbeifahren, errichtet die WG Lößnitz ein komplett neues Wohngebiet. Die ersten Keller stehen schon.

Von Peter Redlich

 

Es geht schwer voran beim Bau der neuen Wohnsiedlung der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz zwischen Maxim-Gorki-Straße und Meißner Straße, hier der Blick von der Maxim-Gorki-Straße aus.
Es geht schwer voran beim Bau der neuen Wohnsiedlung der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz zwischen Maxim-Gorki-Straße und Meißner Straße, hier der Blick von der Maxim-Gorki-Straße aus.

© Norbert Millauer 

Radebeul. Tausende fahren jeden Tag an Radebeuls größter Baustelle entlang. Im Dreieck zwischen Meißner Straße und Maxim-Gorki-Straße in Ost errichtet sich die Wohnungsgenossenschaft Lößnitz ein neues Quartier.

59 Wohnungen in sechs Häusern sollen hier bis Mitte 2020 entstehen. Die Baugrube ist gewaltig – größer als ein Fußballfeld. Nahezu das gesamte Areal bekommt eine Tiefgarage. Etwa die Hälfte davon steht bereits in Beton gegossen im nördlichen Teil an der Maxim-Gorki-Straße. Auf dem Dach der Garage ist schon das erste Kellergeschoss für Haus 5 entstanden. Die polnischen Eisenflechter legen gerade die Bewehrung für den nächsten Betonguss an.

Der südliche Teil der Tiefgarage wird derzeit vorbereitet. Hier soll, neben dem Kran an der Nordseite, ein weiterer Lastenzug errichtet werden. Damit der gelbe Riese sicher steht, ist ein gehöriges Fundament nötig. Wer den Blick vom Bauzaun in die Tiefe richtet, erkennt, welcher Aufwand dafür betrieben werden muss.

Ebenso für die Säulen, welche die Decke der Tiefgarage stützen. Sie bekommen massive Fundamente. Schließlich wird darauf eine bis zu 80 Zentimeter starke Erdschicht im Innenhof aufgeschüttet, auf welcher Rasen wachsen, eine Zufahrtsstraße führen und sogar ein Teich angelegt werden sollen.

Michael Zenker, Technikvorstand der WG Lößnitz, hat die Bauaufträge für den Rohbau an die Firmen Hentschke Bau und Berger Bau vergeben. Erstere kümmern sich um alles, was mit Beton zu tun hat, Berger um das Mauern. An Haus 6 sind schon die Ziegelwände fürs Erdgeschoss hochgemauert.

Gezählt werden die Häuser an der Meißner Straße beginnend mit 1 bis 6 gegen den Uhrzeigersinn, sagt der Bauherr.

Haus 4 und 5 an der Maxim-Gorki-Straße haben schon ihren Keller, die sogenannte Filigrandecke darüber wird gerade vorbereitet. Haus 6, wo die roten Ziegelwände zu erkennen sind, bekommt die wesentlichen Medien für die gesamte Wohnanlage in den Kellerbereich. Von hier wird die Heizung gesteuert.

Das wichtigste Teil wird das neue Blockheizkraftwerk sein. Davon bekommen die Häuser nicht nur Wärme und warmes Wasser. Der Motor stellt mit seiner Abwärme auch Strom her. Noch im Winter soll das Heizwerk eingebaut werden. Michael Zenker will die Heizzentrale so sehr früh drin haben, weil sie schon auf der Baustelle im Winter für Wärme und Strom sorgen und das Arbeiten auch bei Frost ermöglichen soll.

Zenker: Später, im normalen Betrieb, wird neben Heizung und Warmwasser, der Strom für die Aufzüge, die Außen- und die Tiefgaragenbeleuchtung sowie als Rampenheizung genutzt. Letzteres ist die Tiefgarageneinfahrt, worunter die Heizung bei Feuchtigkeit und Frost anspringen und damit an der Meißner Straße rutschfreie Ein-und Ausfahrt gewährleisten soll. Eine zweite Ausfahrt an der Maxim-Gorki-Straße wurde den Bauherren nicht gestattet.

Doch bis zur Einfahrt in die Tiefgarage ist es noch ein gehöriges Stück Arbeit zu erledigen. Eine eigene Trafostation versorgt die Baustelle und später die gesamte Wohnanlage mit Strom. In diesem Jahr werden noch die Bodenplatte und der Keller für Haus 1 errichtet. Ebenso Haus 3 an der östlichen Grundstücksgrenze. Haus 2 an der Meißner Straße kommt zuletzt dran – an dessen Stelle wird gerade der Kranplatz eingerichtet.

Das Schmutzwasser aus den 59 Wohnungen fließt in beide Richtungen – zur Meißner und zur Maxim-Gorki-Straße. Regenwasser wird gesammelt und im Sandboden unter der Wohnanlage versickert. Es soll vier Versickerungsschächte und dazugehörige Sammler geben. Die Sammler sind als große runde Betonteile jetzt noch zu erkennen.

In den Außenbereichen der Anlage sind 20 neue Bäume geplant. Die Fußwege an der Meißner Straße – hier gelbes Pflaster – und an der Maxim-Gorki-Straße – Pflaster in Anthrazit – werden erneuert. Eine Hecke wird die Häuser 1 und 2 von der Meißner Straße abschirmen. Hier dürfen die Gebäude mit drei Geschossen errichtet werden, im Innern der Anlage sind es zwei Geschosse (siehe Animation in der Textmitte). Die Fenster zur Meißner Straße bekommen eine schallisolierende Belüftung, so Michael Zenker.

60 Tiefgaragenstellplätze gehören zur Anlage. Die WG Lößnitz will ihre Mieterschaft mit der neuen Anlage verjüngen. Deshalb, so Thomas Vetter, kaufmännischer Vorstand, möchten wir auch an junge Familien vergeben. Es sollen Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen sein, sagt Michael Zenker. Darunter zwölf Zweiraumwohnungen mit etwa 60 Quadratmetern, 18 Dreiraumwohnungen zu rund 75 Quadratmetern und 29 Vierraumwohnungen mit etwa je 90 Quadratmetern Größe. Entworfen hat die Anlage das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi.

Wie gefragt die Wohnungen sind, zeigt die Bewerberzahl. Fast 240 stehen bereits in der Liste.

Sächsische Zeitung

Dienstag, 09.10.2018

Neues Wohnviertel Uferstraße

Fünf neue Häuser sollen auf dem Dreieck in Kötzschenbroda gebaut werden. Eine heute hässliche Ecke wird zum Spielplatz gestaltet.

Von Peter Redlich

 

Das graue Gebäude ist die heutige Ruine an der Kötitzer Straße. Sie soll saniert werden und einen Anbau als weiteres Haus bekommen. Vier weitere neue Häuser plant Bauherr Christoph Dross auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kötitzer und Uferstraße in Radebeul-West.
Das graue Gebäude ist die heutige Ruine an der Kötitzer Straße. Sie soll saniert werden und einen Anbau als weiteres Haus bekommen. Vier weitere neue Häuser plant Bauherr Christoph Dross auf dem rund 5 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kötitzer und Uferstraße in Radebeul-West.

© Animation Nöfer Architekten

 

Radebeul. Die Wiese im Winkel zwischen Uferstraße und Kötitzer Straße in Altkötzschenbroda ist mal Parkplatz für die Händler beim Weinfest, mal fressen sich hier Pferde satt. Die meisten Wochen im Jahr wuchert sie einfach nur zu. Auch das ruinöse Gebäude an der Kötitzer Straße ist kein schöner Anblick. Eigentlich sollte es längst abgerissen sein.

In den nächsten anderthalb Jahren wird sich hier gehörig was ändern. Grundstücksbesitzer Christoph Dross – bekannt von zuletzt den Bauten Sidonienhöfe, Parkhaus und Rewe-Markt in Radebeul-Ost – hat schon lange Pläne mit dem knapp 5 000 Quadratmeter großen Areal.

Vor Jahren schon entwarf der Radebeuler Architekt Frank Mehnert Pläne unter dem Titel Korbmacherhöfe. Zuletzt geisterten Gerüchte durch Kötzschenbroda, das Grundstück wäre verkauft worden. Jetzt gibt es klare Pläne und auch eine von der Stadt ausgereichte Baugenehmigung, bestätigt der Besitzer der Fläche (siehe Grafik als Draufsicht).

 

Baustart in gut einem Monat

 

Im November soll Baustart sein, kündigt Dross an. Dann wird die Baugrube für ein neues kleines Wohnviertel ausgehoben, welches sich an die bereits vorhandene Bebauung westlich davon anschließt. Die Baustellenzufahrt werde zuerst nur an der Uferstraße sein, später gibt es auch eine zweite von der Kötitzer Straße aus.

Der Bauherr will hier fünf neue Häuser errichten. Eins davon ist ein Anbau an die bestehende Ruine, die komplett saniert werden soll. Zwar gab es für den alten Bau schon mal eine Abrissgenehmigung – aber die war abgelaufen. Und jetzt gestattet der Denkmalschutz dies nicht erneut. Also wird das Haus mit seiner Fassade wieder hergestellt.

Auch das historische und bewohnte lindgrüne Gebäude an der Uferstraße sollte ursprünglich den Neubauten zum Opfer fallen. Christoph Dross hat sich jetzt entschieden, es zu erhalten. Auch weil es Einwände seitens der Stadt gab.

Die neuen Häuser werden Keller, Erdgeschoss, erste Etage und ein Dachgeschoss haben und damit der Umgebungsbebauung auch in der Dachneigung angepasst. Insgesamt sollen in den Gebäuden 30 Wohnungen angelegt werden.

Der Bauherr sagt, dass es vorwiegend Drei-, Vier und auch einige Fünfraumwohnungen sind. Im alten Gebäude an der Kötitzer Straße sind auch einige Zweiraumwohnungen vorgesehen. Hier sind Größen zwischen 48 und 60 Quadratmeter geplant. Die Mehrzahl der Wohnungen ist zwischen 68 und 93 Quadratmetern groß. Die größte Wohnung werde 125 Quadratmeter umfassen. Die Dachgeschosswohnung im Altbau kommt auf 108 Quadratmeter – alle Größenangaben sind mit Terrasse oder Balkon gerechnet. Fast jede Wohnung soll einen, manche werden sogar zwei Balkone haben.

Insgesamt entstehen auf dem Areal an der Uferstraße rund 3 000 Quadratmeter Wohnrum. Alles wird vermietet werden. Ersten Berechnungen nach, so Dross, werden die Kaltmieten zumeist knapp unter neun Euro liegen – abhängig von der Wohnungsgröße.

Die bestehende Tiefgarage unter der bestehenden Wohnanlage Uferstraße soll unter das neu zu bebauende Grundstück hin erweitert werden. Dross und seine Architekten wollen die Ausfahrt zur Kötitzer Straße hin schließen. Hier gibt es immer schon Sichtprobleme bei der Ausfahrt, weil lediglich ein Spiegel an der Straße vorbeikommende Fahrzeuge anzeigt – was bei Regen und Beschlag des Spiegels immer wieder zu Sichtschwierigkeiten und Gefahr geführt hat.

Künftig sollen Ein- und Ausfahrt von der Uferstraße auf der bisherigen Einfahrt Uferstraße sein. Mit einer Ampelanlage werde das geregelt, sagt Dross. Außerdem will er den kantigen Bordstein an der Einfahrt beseitigen und die Zufahrt abrunden und erweitern, sodass es die Garagennutzer künftig einfacher haben.

 

Stellplätze für Autos und Räder

 

35 neue Stellplätze sollen in der erweiterten Tiefgarage neu entstehen. Für Fahrräder werden 70 Abstellplätze geschaffen. An der Kötitzer Straße sind fünf Besucherparkplätze geplant. Jetzt sind etwa 60 Autostellplätze in der bestehenden Tiefgarage vorhanden. Dort werde außerdem renoviert, so der Bauherr.

Die Fußwege rundum werden neu angelegt. An der Kötitzer Straße hat Dross Land an die Stadt abgegeben, damit hier die Bürger vor den Häusern beidseits laufen können.

Im Februar, März 2019, so der Plan, würden die Arbeiten für die Rohbauten der Häuser beginnen. Frühjahr, Frühsommer 2020 will Dross die Häuser bezugsfertig haben. Der Hof zwischen den Gebäuden wird grün gestaltet. Außerdem hat sich der Bauherr verpflichtet, an der unschönen Grundstücksspitze von Uferstraße und Kötitzer Straße einen Spielplatz auf städtischem Areal anzulegen. Dieser soll auch einen Zaun als Abgrenzung vom Verkehr bekommen.

In den nächsten Wochen, so Christoph Dross, werde zu dem Bauvorhaben noch eine Webseite angelegt und diese auf der Bautafel veröffentlicht. Wer jetzt schon Interesse an einer Wohnung habe, könne Kontakt zur DGV Hausverwaltung (Telefon 0351 839400) aufnehmen.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 04.09.2018

Wilsdruffs neue Hightech-Fabrik

Der Pharma-Konzern B. Braun hat 100 Millionen Euro investiert. Davon profitieren vor allem ältere Bürger.

Von Maik Brückner

 

Wilsdruff. Dominique Celmen steht vor einer Fensterscheibe. Durch die haben der Werksleiter und jeder Besucher einen guten Blick in eine noch ziemlich leere Fertigungshalle. Neun Spritzgussautomaten stehen hier. Sie fertigen aus pulverförmigen Kunststoff verschiedene Plasteteile. Dazwischen laufen einige Mitarbeiter. Bekleidet sind sie mit Helmen, Mundmasken und Schutzanzügen. „Wir arbeiten unter Reinraumbedingungen“, erklärt Werksleiter Celmen. Eine aufwendige Technik, die sich in der obersten Etage der Halle befindet, sorgt dafür. Sie hält die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Druck konstant.

Die Fertigungshalle ist der Kern einer der modernsten Fabriken Deutschlands. Diese steht im Wilsdruffer Gewerbegebiet Hühndorfer Höhe und gehört zum hessischen Pharma- und Medizinbedarfs-Konzern B. Braun Melsungen. Der hat hier mehr als 100 Millionen Euro investiert und die Fabrik nach zweihalb Jahren Bauzeit am Dienstag offiziell in Betrieb genommen. Zur Eröffnung konnte Werksleiter Celmen Konzernchef Ludwig Georg Braun, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) begrüßen. Die beiden Politiker lobten das Engagement des Familienbetriebes. „Diese Investition ist ein klares Bekenntnis für den Standort Deutschland, für Sachsen und Wilsdruff“, so Spahn. B. Braun leiste einen wichtigen Beitrag zur qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung nierenkranker Menschen. Kretschmar lobte, dass hier 140 neue Arbeitsplätze entstanden sind.

In dem neuen Wilsdruffer Werk werden Dialysatoren hergestellt. Diese sind das Herzstück von Dialyseapparaten. An diese müssen sich regelmäßig rund 100 000 nierenkranke Deutsche anschließen. Das sind vor allem ältere Menschen, die an Diabetes und Bluthockdruck leiden. Mit den Apparaten unterziehen sie sich drei- bis viermal in der Woche einer Blutwäsche. In den Dialysatoren, die etwa 25 Zentimeter lang sind, werden dem Blut Schadstoffe entzogen. Das ist eine Funktion, die die Nieren der Patienten nicht mehr vollständig erfüllen können.

Mit zunehmendem Wohlstand steigt auch die Zahl der Nierenkranken, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Deshalb nimmt auch die Nachfrage nach diesen Patronen kontinuierlich zu. Jeder Dialysepatient benötigt im Jahr rund 150 Dialysatoren. Um diesen Bedarf auch in der Zukunft decken zu können, hat B. Braun das Werk in Wilsdruff errichtet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um Europas modernstes Dialysatorenwerk. Pro Sekunde geht hier ein Dialysator vom Band. „Eine solche Patrone verlängert das Leben eines Nierenkranken im Schnitt um drei Tage“, erklärt Werksleiter Celmen.

Obwohl die offizielle Eröffnung erst am Dienstag erfolgte, läuft die Produktion bereits seit dem Frühjahr, erklärte Vorstandsmitglied Markus Strotmann. Inzwischen habe sich die Belegschaft gut eingearbeitet. Viele der Mitarbeiter sind Mechatroniker, Kunststoffverfahrenstechnologen und Industriemechaniker. Diese haben zuvor in der Halbleiter- und Solarindustrie gearbeitet und wurden in den beiden anderen sächsischen Werken des Konzerns eingearbeitet. Denn nach der Übernahme einer Produktionsstätte in Radeberg und eines Zulieferers in Berggießhübel ist B. Braun seit 2004 im Freistaat Sachsen aktiv. Anders als an diesen beiden Standorten produzieren die Nordhessen in Wilsdruff alle Teile der Dialysatoren selbst. Und unter einem Dach. Das sei das Besondere an dieser Fabrik, sagt Strotmann. „Hier steckt sehr viel Computertechnologie drin“, sagt er. Aber auch sehr viel Know-how. Um sich vor Industriespionage zu schützen, gilt für die Montage und die Fertigung der Kapillare ein Film- und Fotografierverbot.

Im Wilsdruffer Werk sollen laut Plan jährlich 13 Millionen Dialysatoren hergestellt werden. In der 143 mal 62 Meter große Produktionshalle ist noch Platz für weitere Maschinen, sagt Celmen.

Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) wünscht sich, dass sich die noch freien Flächen in der Halle bald füllen. Denn die Stadt hat vorgesorgt. Gleich nebenan gibt es noch Erweiterungsflächen.

Sächsische Zeitung
Dienstag, 03.07.2018

Baustart nach langer Ungewissheit

Neben einer Ackerfläche an der Querallee werden 16 Grundstücke erschlossen. Archäologische Funde beweisen eine frühere Besiedlung.

Von Marcus Herrmann

 

Die Arbeiten am Baugebiet „Am Stadtblick“ haben begonnen. Nach der Erschließung dürften die ersten Häuser noch in diesem Jahr in die Höhe wachsen.
Die Arbeiten am Baugebiet „Am Stadtblick“ haben begonnen. Nach der Erschließung dürften die ersten Häuser noch in diesem Jahr in die Höhe wachsen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Viel ist um die Bebauung mit Reihenhäusern für das Wohnquartier „Am Stadtblick“ diskutiert und gerungen wurden. In mehreren Sitzungen des Bauausschusses oder des Stadtrates wurde der Ursprungsplan mehrmals verworfen, wurden Bedenken von Anwohnern angehört, konnten diese teilweise zerstreut werden.

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte der Stadtrat einen Entwurf für einen Bebauungsplan angenommen. „Bei der Entwicklung des Baugebietes sind aber insgesamt über drei Jahre mit Planen, Verhandeln und vor allem geduldigen Abwarten vergangen“, erinnert sich der Geschäftsführer des Krögiser Unternehmens Reuschel Bau, Uwe Reuschel. Die für den Neubau von 16 Reihenhäusern gegründete Reuschel Haus und Grund GmbH ist der Investor am Meißner Stadtrand.

Ende Juni konnte nun die feierliche Grundsteinlegung mit dem symbolischen Startschuss für die Erschließungsarbeiten erfolgen, zeigt sich Reuschel erfreut.

Der Weg dahin sei indes nicht leicht gewesen. Zwar klappte es mit dem Spatenstich schon vor über einem Jahr im Rahmen archäologischer Untersuchungen. Jedoch waren die Anwohner an der Querallee zunächst nicht mit der fehlenden Wendemöglichkeit am Ende der neuen Stichstraße einverstanden, fehlten in den Bauzeichnungen außerdem öffentliche Stellplätze im Norden des Wohngebietes. Diese Forderungen wurden – wie auch eine zusätzliche Baumreihe – später berücksichtigt.

Anfang 2017 traten jedoch erneut Bedenken an die Öffentlichkeit. Weil die Eigenheime auf einem landwirtschaftlich genutzten Areal entstehen sollen, gab es Zweifel hinsichtlich der Sinnhaftigkeit, dem Bau der maximal eineinhalbgeschossigen Häuser zuzustimmen. Außerdem konnten Fragen zur richtigen Schmutzwasserentsorgung erst mit zeitlicher Verzögerung geklärt werden. Letztlich musste der Flächennutzungsplan für das Baugebiet an der Wilsdruffer Straße geändert werden.

Was lange währt, wird gut, findet Uwe Reuschel, den mit dem Quartier mehr verbindet, als geschäftliches Interesse. „Mein Großvater Karl Reuschel hat bis vor etwa 70 Jahren mit Pferd und Pflug das Feld bestellt. Mein Vater Christian Reuschel zog hier bis vor etwa 45 Jahren mit Traktor und Pflug die Ackerfurche“, erinnert sich Uwe Reuschel.

Er selbst sei zwar kein Bauer geworden, aber von der Idee überzeugt, für das attraktive Wohnen mit Häusern samt blühenden Gärten die nötigen Voraussetzungen schaffen zu können. Dass auf dem jetzt zu bebauenden Flurstück schon früher Leute gelebt hatten, hätten die archäologischen Untersuchungen bestätigt. „Dabei wurden Keramikscherben gefunden, anhand derer eine frühe Besiedlung von mindestens 1000 Jahren vor Christus ermittelt wurde.

Das ist ein deutliches Indiz, dass schon unsere Vorfahren diesen Flecken Erde als angenehmen Lebensraum betrachteten“, sagt der Bauherr und sieht die Berechtigung seines Vorhabens bestätigt. Für die Stadt Meißen biete sich mit der Bereitstellung der Baugrundstücke eine weitere Chance, überwiegend junge Einwohner anzulocken. Passend dazu teilt Reuschel mit: „Die Käufer der bisher vergebenen 50 Prozent der 16 Grundstücke kommen neben Meißen aus den umliegenden Städten, zum Beispiel aus Freital, Radebeul und Dresden.“

Ein entscheidendes Argument für das Baugebiet und dessen abschließende Genehmigung vergisst der Geschäftsführer dabei nicht zu erwähnen. „Es hat bereits in den 1970er-Jahren Baupläne dafür gegeben, die wiederentdeckt wurden. Schon diese hatten für das Wohngebiet Stadtblick vorgesehen, einen weiteren Bauabschnitt zu komplettieren. In etwa so, wie wir das jetzt verwirklichen.“ Nichtsdestotrotz werden die Anwohner den Fortschritt des Projektes sehr genau beobachten.

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 13.06.2018

Freie Fahrt auf Hühndorfer Höhe

In dieser Woche werden die Straßenbauarbeiten auf der Straße in Wilsdruff abgeschlossen. Dann sind nur noch Restarbeiten zu erledigen.

 
Es sind nur noch Restarbeiten nötig, wie das Aufbringen der Fahrbahnmarkierung.
Es sind nur noch Restarbeiten nötig, wie das Aufbringen der Fahrbahnmarkierung.

© Symbolfoto: Dirk Zschiedrich

Wilsdruff. Wie die Stadt Wilsdruff mitteilt, werden die Straßenbauarbeiten auf der Hühndorfer Höhe in diesen Tagen abgeschlossen. Nach der Verlegung der Abwasserdruckleitung nach Dresden wurde der Asphalt komplett erneuert. Dies war notwendig, weil bei den Arbeiten Schäden an den Binde-, Trag- und Deckschichten festgestellt wurden. Aufgrund der Bauarbeiten an der Nebenstraße, sei es insbesondere am ersten Juni-Wochenende zu schweren Verkehrsbehinderungen gekommen. Die betrafen weniger die Wilsdruffer Einwohner als die ansässigen Firmen. Die Unternehmen arbeiten auch am Wochenende im Schichtsystem. Dem entsprechend musste der Lieferverkehr aufrechterhalten werden. Die Firma Wackler duldete für mehrere Tage eine Umleitung, die über ihr Firmengelände führte. Ohne dieses Entgegenkommen, wären die Arbeiten an der Straße nicht möglich gewesen, so die Stadt. In den kommenden Tagen sollen nun noch einige Restarbeiten durchgeführt werden. So müssen noch die Schachtdeckel eingesetzt und die Bankette eingebaut werden. Im Anschluss folgt die Angleichung der Einfahrten und das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen. (hhe)