Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft
Sächsische Zeitung
Donnerstag, 28.09.2017

Was braut sich da zusammen?

Mit dem „Schlosspils“ hat Henry de Jong den Fortschritt seines Ferienresort-Projektes gefeiert. Es soll mehr sein als ein Werbegag.

Von Eric Weser

Mit Bier aus diesen Flaschen ist im Wülknitzer Gemeinderat auf den Fortschritt beim Ferienresort-Projekt angestoßen worden. In Sachen Brauerei hat der Ideengeber des Resorts noch einiges vor.
Mit Bier aus diesen Flaschen ist im Wülknitzer Gemeinderat auf den Fortschritt beim Ferienresort-Projekt angestoßen worden. In Sachen Brauerei hat der Ideengeber des Resorts noch einiges vor.

© Eric Weser

Wülknitz. Anderswo ist es keine Seltenheit, dass in solchen Runden eine Flasche Bier getrunken wird. Im Gemeinderat von Wülknitz ist es hingegen nicht unbedingt üblich. Am Ende der jüngsten Sitzung gab es eine Ausnahme, und das lag an Henry de Jong.

Der Unternehmer aus den Niederlanden hatte da gerade verkündet, dass sein Ferienresort-Projekt in Tiefenau durch den Kauf des ehemaligen Schloss- und Rittergutsgeländes einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist. Um das zu feiern, verteilte der 57-Jährige mehrere Flaschen Bier. Aber nicht irgendeins, sondern ein „Schloss Tiefenau Schlosspils“.

Neben dem Schriftzug ziert ein Wappen mit stilisiertem Golfer, Pferdekopf, Hotelbett und Besteck das Etikett. Allesamt Elemente, die sich in dem geplanten Resort künftig wiederfinden sollen. Der nähere Blick auf das Etikett verrät auch, dass Henry de Jong nicht selbst unter die Braumeister gegangen ist. Sondern, dass jemand anderes dieses Schlossbier abgefüllt hat: die Klosterbrauerei Neuzelle im Nachbarbundesland Brandenburg.

Eigenes Bier soll kommen

Die Brauerei mit reichlich 40 Beschäftigten und einem ebenso viele Sorten umfassenden Bier-Angebot ist keine unbekannte: Mit dem Land Brandenburg hatte das Unternehmen gestritten, ob sein Gebräu „Schwarzer Abt“ Bier heißen darf. Neben den klassischen Bier-Zutaten Hopfen, Gerste und Wasser gehört nämlich auch Zucker zur Rezeptur des Getränks. Ein Inhaltsstoff, der sich nach Ansicht der brandenburgischen Behörden nicht mit dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 deckte. Der Streit darum, ob der „Schwarze Abt“ Bier heißen darf, landete gar vorm Bundesverwaltungsgericht, das 2005 der Brauerei recht gab.

Hinter dem Tiefenauer Schlosspils verbirgt sich aber nicht der „Schwarze Abt“, sondern Neuzeller Pilsener. Dessen Zutaten sind – ganz klassisch – Wasser, Gerstenmalz, Hopfen. Alkoholgehalt: 4,8 Prozent. Sein „eigenes“ Bier zu kreieren, zumindest eins mit eigenem Etikett, das geht mit den Neuzellern ganz einfach: Auf der Internetseite gibt es Vorlagen, in die jeder selbst gestaltete Grafiken einfügen kann. Das Pils mit personalisiertem Etikett wird dann per Post versendet. Kleinste Menge: sechs Halbliterflaschen, Preis: 25,10 Euro.

Ist die Bier-Nummer von Resort-Entwickler Henry de Jong nur ein Werbe-Gag? Offenbar nicht nur. Im Gemeinderat kündigte der studierte Historiker an, in Tiefenau ein eigenes Bier brauen zu wollen. Damit soll auch an vergangene Zeiten angeknüpft werden, schließlich habe es ein historisches Braurecht gegeben, so de Jong.

Doch ist im Moment aber alles noch Zukunftsmusik. Denn vorm Braurecht dürfte erst einmal das Baurecht stehen. Das ist nämlich nötig, damit sich das Schloss- und Rittergutsgelände Tiefenau samt Umgebung überhaupt in Richtung Ferienresort entwickeln kann.

Im Wülknitzer Gemeinderat fand das Schlosspils für Tiefenau aus Neuzelle schon mal Anklang. Ein eigenes Bier brauen zu wollen, das sei aber eine Herausforderung, sagte Gemeinderätin Manuela Albrecht (CDU) in Richtung Henry de Jong. „Das stimmt. Aber das ganze Projekt ist eine Herausforderung.

Sächsische Zeitung

Mittwoch, 13.09.2017

„Das ist ein Meilenstein für das Resort“

Nach jahrelangem Hin und Her gehört das Rittergut-Areal in Tiefenau jetzt Henry de Jong. Nun sollen erste Arbeiten starten.

Von Eric Weser

 

Henry de Jong hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Mit seiner Firma hat der niederländische Geschäftsmann das Rittergut-Areal in Tiefenau gekauft. Von hier aus will er sein Großprojekt eines Ferienresorts in Tiefenau nun weiter vorantreiben. Einer der nächsten Schritte soll sein, Pavillons im Rosengarten zu sanieren.
Henry de Jong hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Mit seiner Firma hat der niederländische Geschäftsmann das Rittergut-Areal in Tiefenau gekauft. Von hier aus will er sein Großprojekt eines Ferienresorts in Tiefenau nun weiter vorantreiben. Einer der nächsten Schritte soll sein, Pavillons im Rosengarten zu sanieren.

© Sebastian Schultz

Wülknitz. Beim Tiefenauer Ferienresort hat sich jetzt offenbar ein gordischer Knoten gelöst. Mit seiner Firma Premium Resort Schloss Tiefenau Besitz GmbH hat Henry de Jong nach eigenen Angaben jetzt Flächen in Tiefenau gekauft. Darunter auch die für das Projekt wohl wichtigste: das eigentliche Ritterguts- und Schlossgelände.

Das Areal ist gewissermaßen das Herzstück für das seit Langem von Henry de Jong in Tiefenau geplante Ferienanlage. Wo heute die historischen Gutsgebäude vor sich hin verfallen, sollen nach Vorstellungen des niederländischen Geschäftsmannes künftig Feriengäste komfortabel wohnen. Dafür sollen ein Hotelbetrieb und Ferienhäuser entstehen, außerdem Restaurants und Wellnessbereiche. Auch das nach dem Krieg zerstörte Schloss Tiefenau soll an alter Stelle wiederauferstehen.

Um diese Pläne umzusetzen, braucht es Zugriff auf die entsprechenden Grundstücke. Seit 2006 habe er sich um deren Kauf bemüht, sagte Henry de Jong am Montag im Wülknitzer Gemeinderat. „Wenn man anfängt, denkt man, das ist eine einfache Sache. Das war es leider nicht.“ Das Grundbuch sei schwer belastet gewesen, laut de Jong mit mehreren Millionen Euro. Auch der Kaufpreis sei strittig gewesen. Über die Summe wahrt der Niederländer Stillschweigen. Doch offenbar kam man schließlich überein, die Alteigentümerin verkaufte. Inzwischen seien auch die lange Zeit so problematischen Grundschulden laut Henry de Jong aus dem Grundbuch gelöscht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir das schaffen. Aber dass es so lange dauert, hätte ich nicht gedacht.“

Wülknitz’ Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) sagte, er sei „sehr froh, dass dieses Problem gelöst ist“. Zwei Jahrzehnte lang hätten die Grundschulden eine Entwicklung auf dem Grundstück blockiert. Er hoffe, dass die neuen Besitzverhältnisse nun auch zu einer Art Türöffner für das Gesamtvorhaben des Tiefenauer Ferienresorts werden.

Das Investitionsprojekt umfasst neben den Bauplänen auf dem Rittergutsgelände unter anderem einen Golfplatz und weitere Ferienhäuser auf dem Dreieck zwischen Tiefenau, Lichtensee und Heidehäuser. Derzeit befinden sich dort Agrarflächen.

Eigenes Büro auf dem Gelände

Auf dem Großteil dieser Flächen besteht derzeit kein Baurecht. Um es zu bekommen, sind in nächster Zeit noch umfangreiche Genehmigungsverfahren notwendig. Auch gehören Henry de Jong nach eigenen Angaben noch nicht alle für den Golfplatz nötigen Grundstücke. Beim Kauf des Rittergutsareals seien allerdings rund 70 Hektar Agrarfläche inbegriffen, die in Richtung Spansberg liegen. Diese könnten nun als Tauschpotenzial für die noch benötigen Golfplatz-Flächen dienen.

Während sich der niederländische Unternehmer demnächst um Baugenehmigungen und weitere Flächenkäufe kümmern will, sollen auf dem frisch erworbenen Rittergutsgelände nun die ersten Arbeiten beginnen. In einem ersten Schritt sollen die historischen Pavillons im Rosengarten saniert werden. In einem der Gebäude will Henry de Jong ein Büro beziehen. Entstehen soll auch ein Informationszentrum, in dem sich Gäste über das Gesamtprojekt informieren können, kündigt der 57-Jährige an. Über die Pavillon-Sanierung stimme man sich momentan mit der Denkmalschutzbehörde beim Landkreis ab.

Im Oktober solle außerdem damit begonnen werden, die Grundmauern des einstigen Schlosses freizulegen. Dafür müssen die Bäume gefällt werden, die im Lauf der Jahre auf der Fläche neben dem Rosengarten gewachsen sind. Auch im Innenhof des Rittergutes soll der Wildwuchs beseitigt und der Müll aus den Gebäuden entfernt werden. Anschließend ist eine Vermessung der Innenräume vorgesehen – als Grundlage für künftige Baumaßnahm

Sächsische Zeitung

Freitag, 08.09.2017

Hightech an Wilsdruffs Stadtrand

Der Medizintechnik-Konzern B. Braun richtet sein neues Werk ein und will damit zum Weltmarktführer aufschließen.

Von Annett Heyse

 

In dieser 143 mal 62Meter großen Halle sollen Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte produziert werden. Es ist die modernste derartige Fabrik in Europa, heißt es beim Investor B.Braun Melsungen AG. Die Auslieferung der ersten Produkte aus Wilsdruff ist für das Frühjahr 2018 geplant. Fotos:
In dieser 143 mal 62 Meter großen Halle sollen Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte produziert werden. Es ist die modernste derartige Fabrik in Europa, heißt es beim Investor B. Braun Melsungen AG. Die Auslieferung der ersten Produkte aus Wilsdruff ist für das Frühjahr 2018 geplant. Fotos:

© Karl-Ludwig Oberthür    

Wilsdruff. Das erste, was auffällt, sind Rohre, Kabel und Lüftungsschächte. Kilometerlang ziehen sie sich durch Gänge, Hallen, Treppenhäuser. Ralph Kunze steigt über die Kabelstränge, schlängelt sich vorbei an Paletten mit Styropor und Männern, die auf Leitern stehen. Irgendwo kreischt eine Metallsäge – Edelstahl dominiert hier die Ausstattung. Kunze ist der Werksleiter einer völlig neuen Fabrik, die innerhalb weniger Monate an Wilsdruffs Stadtrand entstand und wo nun der Innenausbau auf Hochtouren läuft. In dem Werk sollen ab dem ersten Quartal des nächsten Jahres Blutwäschefilter für Dialyse-Geräte produziert werden. Investor ist der Medizintechnik-Konzern B. Braun Melsungen AG. Im Prinzip entstehe in Wilsdruff eine kleine Chemie-Fabrik, sagt Kunze. „Die Materialen kommen größtenteils in flüssiger Form an, werden aufbereitet, gemischt, verarbeitet. Sämtliche Bauteile für die Filter werden in Wilsdruff produziert und zum fertigen Produkt zusammengesetzt.“

Damit das funktioniert, wird die Fabrik bis unters Dach mit modernster Technik gefüllt. Im Erdgeschoss des 143 Meter langen und 62 Meter breiten Gebäudes entsteht eine Spinnerei, wo die Kunstfasern für die Membranen der Filter gesponnen werden. Gleich daneben liegt der Reinraum, mit gut 5 600 Quadratmetern die größte Arbeitshalle des neuen Werks. Hier werden die Filter zusammengesetzt. Neben dem Reinraum befindet sich eine kleinere Werkhalle, in der die Kunststoffteile für die Filter produziert, also per Spritzgussverfahren angefertigt werden. Im hauseigenen Labor werden Materialien, Zwischenprodukte und die fertigen Filter stichprobenartig einer Qualitätskontrolle unterzogen.

Damit die Produktion reibungslos läuft, befindet sich in der gesamten Dachetage eine „Fabrik in der Fabrik“, wie der Werksleiter das nennt. Hier sind alle Anlagen installiert, die für die Produktionsbedingungen sorgen – von der Wasseraufbereitungsanlage über Luftfilter und Klimatechnik bis hin zu den Servern für die Computer. „B. Braun investiert einen höheren zweistelligen Millionenbetrag, wovon allein zwei Drittel nur für die Technik ausgegeben werden“, erläutert Ralph Kunze. Sein Personal für den Produktionsstart hat der Werksleiter bereits zusammen. Fast 170 Mitarbeiter wurden rekrutiert, angefangen von Produktionsarbeitern, über Gebäudetechniker und Laboranten bis hin zu Ingenieuren. Das Laborteam hat in dieser Woche angefangen, die Arbeitsplätze einzurichten. Sie sind die ersten Mitarbeiter vor Ort. Alle anderen werden derzeit noch in den Standorten Radeberg und Berggießhübel eingearbeitet.

In Sachsen vertreten ist das Unternehmen B. Braun, das weltweit mehr als 60 000 Mitarbeiter in 64 Ländern beschäftigt, seit 2004. Damals übernahm der Konzern eine Produktionsstätte in Radeberg und auch ein Zulieferwerk in Berggießhübel. Dort werden die Hohlfasern hergestellt, die dann in Radeberg in die Filter eingesetzt werden. Sukzessive wurde die Produktion ausgebaut, doch in Radeberg ist man von der Fläche her am Limit. Rund 13 Millionen Dialysatoren werden hier jährlich hergestellt. Mit dem Wilsdruffer Werk werden nun die Produktionskapazitäten nahezu verdoppelt, die Werke in Radeberg und Berggießhübel bleiben als Standorte erhalten.

Denn der Bedarf an Blutwäschefiltern wächst weltweit, weil immer mehr Menschen in den Industrie- und auch in den Schwellenländern an chronisch kranken Nieren leiden. Die Patronen, nur etwa 25 Zentimeter lang und rund sieben Zentimeter dick, können lediglich einmal benutzt werden. Ein Dialyse-Patient muss im Schnitt zwei bis dreimal pro Woche an ein Dialysegerät angeschlossen werden und braucht demnach zwischen 110 und 130 Filter pro Jahr, Marktführer ist Fresenius. Kunze: „Mit dem Wilsdruffer Werk wollen wir zur Spitze aufschließen.

Sächsische Zeitung

Mittwoch, 12.07.2017

Ein riesiges Ferienresort

Seit Jahren wird an dem Projekt geplant. Jetzt hat die Gemeinde einen wichtigen Beschluss gefasst.

Von Eric Weser

 

Weites Land: Zwischen dem Tiefenauer Rosengarten, der B 169, Lichtensee und der S 89 Richtung Heidehäuser soll sich schon in wenigen Jahren keine Agrarfläche mehr befinden, sondern ein großes Ferienareal mit Golfplatz.

© Lutz Weidler

Wülknitz. Egal, ob von oben aus der Luft betrachtet oder vom Boden aus gesehen: Auf der 110 Hektar großen Fläche zwischen Lichtensee, Tiefenau und Heidehäuser tut sich wenig. Gemessen daran jedenfalls, was sich hier einmal tun soll. Denn auf diesem Areal will Projektentwickler Henry de Jong aus den Niederlanden in den nächsten Jahren eins der größten Bauprojekte in der Region überhaupt umsetzen und ein Ferienresort mit Vier-Sterne-Hotel, Dutzenden Ferienwohnungen und Golfplatz bauen. Rund 50 Millionen Euro soll das kosten und rund 100 Vollzeit-Arbeitsplätze bringen.

Damit das Projekt realisiert werden kann, muss es aber erst auf einem ganz bestimmten Papier ankommen: dem Flächennutzungsplan der Gemeinde. Aber der stammt, wie Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) sagt, momentan noch „aus grauer Vorzeit“. Das Ferienresort ist darin noch gar nicht eingezeichnet.

Aus Klinik wird Ferienanlage

Nur die Teilfläche des Tiefenauer Rittergutes ist ausgewiesen, als „Sondergebiet Klinik“. Ein Überbleibsel der Ideen früherer Investoren. – Diese Investoren und ihre Ideen sind längst verschwunden. Seit Jahren gibt es nur Henry de Jong und sein Resort. Nach einer längeren Pause haben die Planungen für das Projekt spätestens seit 2016 wieder Fahrt aufgenommen. Seither hat de Henry Jong immer wieder betont, das Projekt realisieren zu wollen. Im August vorigen Jahres hatte er von einem Baubeginn 2017 gesprochen. Heute sagt der Niederländer, er wollte dieses Jahr den Bauantrag für das Resort einreichen.

Selbst Befürworter des Resort-Vorhabens halten das für zu optimistisch. Schließlich würde ein Bauantrag bedeuten, dass eine Reihe wesentlicher Fragen geklärt sind. Sind sie aber offenbar nicht. Allein die Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde beispielsweise ist aufwendig.

Da Wülknitz eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Röderaue bildet, müssen beide Kommunen plus dem gemeinsamen Ausschuss der Planänderung zustimmen. Das ist zwar schon passiert, allerdings folgt jetzt das gesetzlich vorgeschriebene Prozedere, bei dem alle sogenannten Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit gehört werden. Gibt es von Behörden oder Bürgern Bedenken, müssen diese abgewogen werden, ehe der Plan wirklich geändert werden kann. Wie lange all das dauert? „Am aktuellen Beginn des Verfahrens sind zeitlich keine Prognosen möglich“, heißt es vom Landratsamt Meißen. Insider rechnen mit mindestens einem halben Jahr, eher mehr.

Fast noch wichtiger als der Flächennutzungsplan dürfte für den Bauantrag aber der Bebauungsplan für das künftige Resort sein. An dem arbeiten Henry de Jongs Planer im Hintergrund parallel. Auch dieser Plan muss ein langwieriges Genehmigungsprozedere durchlaufen. Auch hierzu mag der Kreis keine Prognose abgeben. Die Meißner Behörde ist es auch, die eine weitere wichtige Frage rund um das Resort-Projekt klären muss. Ein Teil des künftigen Resort-Gebietes überlappt mit dem Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Röderaue und Kienheide“ und muss deshalb aus diesem Gebiet ausgegliedert werden. Die Schrumpfung des Schutzgebiets muss der Kreis genehmigen.

Trotz der vielen noch zu klärenden Planungsfragen: Henry de Jongs Optimismus scheint ungetrübt. Ob er wirklich davon ausgehe, dieses Jahr einen Bauantrag stellen zu können? Ja, er glaube daran, sagt der Niederländer. Die Zweifler seien „Leute, die das Vorhaben nur aus der Zeitung kennen“ und „die genauen Schritte nicht kennen“. Er denke, das Ganze sei machbar. „Ich habe noch keine Signale empfangen, dass das unmöglich ist.“

Bei den strittigen Fragen rund um den Naturschutz etwa sei die Planung für das Resort angepasst worden, sodass es kaum noch Kollisionen gebe. Die Anlage solle bestehende Schutzgebiete im Grund eher noch erweitern, sagt Henry de Jong. Demnächst wolle er sich auch mit den großen Naturschutzverbänden treffen, um Probleme auszuräumen. Nach dem Sommer soll es dann neue Nachrichten geben.

Sächsische Zeitung

Samstag, 29.07.2017

Baufirma für Ziegeleihöhe gefunden

Die Erschließung des Eigenheimstandortes steht bevor. Trotz Verzögerungen sind alle Grundstücke so gut wie verkauft.

Von Marcus Herrmann

 

 

Das Namensschild steht. In Kürze sollen Arbeiter der Firma Strabag Versorgungsleitungen für die zukünftigen Bewohner dieser Siedlung legen.
Das Namensschild steht. In Kürze sollen Arbeiter der Firma Strabag Versorgungsleitungen für die zukünftigen Bewohner dieser Siedlung legen.

© Claudia Hübschmann

 

Meißen. Händeringend musste Immobilienmakler Maik Lahmann suchen. Wegen mehrfacher Verzögerungen am ehemaligen Garagenstandort an der Alten Ziegelei musste der Chef der Lehmann Immobilien immer auf Neue umdisponieren. „Die ursprüngliche Bauleitplanung ist dadurch irgendwann nicht mehr einzuhalten gewesen“, sagt er. Sollten die ersten Grundstückseigentümer im neuen Wohnpark „Ziegeleihöhe“ eigentlich dieser Tage mit dem Bau ihrer Eigenheime beginnen können, konnte Lehmann trotz unterschriebenen Erschließungsvertrages mit der Stadt keinen Vollzug melden. Bisher. „Wir konnten nun die Firma Strabag für die Erschließungsarbeiten gewinnen. Es sollte in den nächsten Tagen los gehen. Bis Ende Oktober sind die Voraussetzungen für die Käufer geschaffen“, sagt Lehmann.

 

Dass es erst mit einigen Monaten Verspätung los geht, bedauert der Vorhabenträger. „Natürlich scharren die Grundstücksbesitzer langsam mit den Hufen. Aber als wir die Planungen letztlich unter Dach und Fach und alle Bedingungen erfüllt hatten, ließ sich eine Baufirma mit freien Kapazitäten nur sehr schwer finden“, so Lehmann. Es solle aber nicht der Eindruck entstehen, als hätten alle Eigentümer schon komplett die Kaufpreise auf seinem Konto geparkt und nun gehe nichts los. Das sei nicht so.

 

„Es existiert keine vertragliche Verpflichtung oder Garantie, dass die Erschließung zu einem bestimmten Zeitpunkt hätte abgeschlossen sein müssen. Aber natürlich gab es eine Prognose, die nicht eingehalten werden konnte.“ Auf der anderen Seite gebe es individuelle Kaufverträge. Diese enthielten für die Käufer oder für Interessenten mit Reservierung zum Teil Rücktrittsrechte, wenn die Erschließung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen wäre. Das Recht würde denjenigen auch eingeräumt. Bisher habe es aber keinen einzigen Rücktritt gegeben, dafür nun auch eine Reservierung für das letzte der insgesamt zwölf Grundstücke. Nicht alle Käufer hätten zudem bereits den vollen Kaufpreis zahlen müssen. Das Geld, welches die Lehmann Immobilien zunächst für die anstehende Bereitstellung von Strom, Wasser, Gas und Medien zur Verfügung stelle, stamme aus dem Gesamtvermögen der Firma. Genauso sei es auch bei den Beträgen, die die Grundstücksbesitzer zu zahlen haben. Es existierten keine Extra-Konten für jedes einzelne Vorhaben der Firma.

 

Davon gibt es einige. So planen die Lehmann Immobilien neben Meißen auch Wohngebiete in Großenhain, Weinböhla oder Strehla. Neben den zu verlegenden Versorgungsleitungen kümmert sich die Strabag übrigens auch um eine neue Stichstraße, die – genau wie beim Wohngebiet „Ziegeleipark“ am Carl-Schäfer-Weg – in die neue Siedlung hinein und über einen Wendehammer wieder auf die Straße „An der alten Ziegelei“ hinausführen wird. Die Quadratmeterpreise für die einzelnen Grundstücke liegen bei durchschnittlich 118 Euro. Allerdings wird keine Provision fällig.

Maik Lehmann hofft nun, dass die ersten Arbeiten an der Ziegeleihöhe zügig beginnen. Dann dürften auch die Eigentümer wieder milder gestimmt sein. Als Reaktion auf die Verzögerungen haben die Baulandentwickler den zeitlichen Ablaufplan zum Projekt „Ziegeleihöhe“ von ihrer Homepage http://meissen-immobilien.de/ vorerst runter genommen