Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Sächsische Zeitung

Mittwoch, 04.01.2017

Hopfenbachsanierung kann beginnen

Die Gemeinde Ebersbach hat noch im Vorjahr einen neuen Bescheid über höhere Förderung der Hopfenbachsanierung erhalten.

 

 

© Symbolbild/dpa

 

Naunhof/Lauterbach. Die Gemeinde Ebersbach hat noch im Vorjahr einen neuen Bescheid über höhere Förderung der Hopfenbachsanierung erhalten. Die Hochwasser-Schadensbeseitigung in Form einer Uferbefestigung kostet als günstigstes Angebot der Meißner Firma Tieku 210 000 Euro. 150 000 Euro waren allerdings nur eingeplant und durch Förderung der Sächsischen Aufbaubank gedeckt. Die Verwaltung hatte daher um einen zweimonatigen Aufschub und Nachbewilligung der rund 60 000 Euro Förderung gebeten. Nun ist das Geld bewilligt, der Zuschlag kann erteilt werden und die Firma kann beginnen. (krü)

Sächsische Zeitung

Dienstag, 13.12.2016

Gehwegbau dauert deutlich länger

Der Gehweg entlang der Bundesstraße B 173 in Herzogswalde wird erst im Jahr 2017 fertig. Vor allem der Untergrund mache den Bauarbeitern zu schaffen und lasse die Arbeiten nur langsam voran gehen, heißt es aus dem Bauamt der Stadt Wilsdruff. So liegt Felsgestein an, das sich nur mit einem Meißel lösen lässt. Dies führt zu Verzögerungen im Bauablaufplan. Auch müssen Telefonleitungen umverlegt werden, weil ein neuer Regenwasserkanal gebaut wird. Zudem sind Sicherungsmaßnahmen am Fels notwendig, damit lockeres Gestein nicht auf Fußweg oder Straße fallen kann. Immerhin bewegen sich die Arbeiten in Richtung Helbigsdorfer Weg.

Insgesamt soll der kombinierte Geh- und Radweg 1 075 Meter lang werden. Er beginnt an der Brücke im Triebischtal und endet auf Höhe der Fußgängerampel. Auch im weiteren Bauverlauf wird unter halbseitiger Sperrung gebaut. Autofahrer müssen sich noch bis zum Frühjahr 2017 auf Behinderungen einstellen. (hey

Homepage der Gemeinde Klipphausen am 29.11.2016

Steinerne Denkmale restauriert

Historische Wegesteine am Kuhberg und auf Roitzschener Flur vor dem Verfall gerettet; Taubenheimer, Seeligstädter und viele Wanderer und Ausflügler freut’s

Am Fuße des Kuhbergs,  kurz nach dem Taubenheimer Ortsausgang an der Straße nach Sönitz steht seit kurzem wieder auf der linken Seite ein historischer Wegestein. Die Sandsteinsäule  aus den Jahren um 1870 wurde in den vergangenen Monaten von der Firma Vogt Naturstein und Denkmalpflege aus Roitzschen restauriert. „Die Säule war verwittert und vom Zahn der Zeit gekennzeichnet.  Vor allem  an den Kanten gab es Schäden,  auch war die Schrift mit den einzelnen  Ortsangaben  fast gar nicht mehr zu erkennen“, sagt Volker Gebhardt aus Seeligstadt. Hinzu kam, dass vor einigen Jahren die etwa 1,30 Meter hohe Säule wahrscheinlich von einem Fahrzeug angefahren wurde und seitdem schräg stand.

Der 65-Jährige,  der viele Jahre als Polier bei einem Meißner Bauunternehmen gearbeitet hatte, engagierte sich als Mitglied des Heimat- und Sportvereins Seeligstadt um die Sanierung dieses steinernen Kleindenkmals.  Die Gemeindeverwaltung  Klipphausen unterstützte ihn dabei, kümmerte sich um Genehmigungen und andere Dinge. „So ein Zeugnis alter Verkehrswege muss doch für die Nachwelt erhalten bleiben“, sagt Volker Gebhardt, der in Seeligstadt aufgewachsen ist und hier seit vielen Jahrzehnten wohnt. Er legte das Fundament des Wegesteins frei.  Der Roitzschener Fachbetrieb bugsierte mit einem Ladekran den Stein auf einen Laster. Nach der Sanierung kam der Bauhof der Gemeinde mit Traktor und Hebezeug und stellte die Säule wieder auf.  „Es hat alles gut geklappt“, bemerkt Volker Gebhardt. Die Miltitzer Ingenieurgesellschaft Müller-Miklaw-Nickel, weitere Sponsoren sowie das Amt für Denkmalpflege  des Landkreises Meißen  finanzierten das Vorhaben.  An die 1300 Euro hat es gekostet.

 

Volker Gebhardt freut sich über den restaurierten Wegestein am Kuhberg.

Volker Gebhardt freut sich über den restaurierten Wegestein am Kuhberg.

So sah das steinerne Kleindenkmal am Kuhberg vor der Sanierung aus.

So sah das steinerne Kleindenkmal am Kuhberg vor der Sanierung aus.

Jetzt hat die Säule wieder ein schönes Aussehen. Die Schrift mit den Ortsangaben auf zwei Seiten, einmal in Richtung Miltitz, Sönitz und Piskowitz und zum anderen nach Seeligstadt und Burkhardswalde sind wieder gut erkennbar. „Wir haben die Schriften nach alten Vorlagen erneuert“, sagt Dieter Vogt vom Naturstein-Betrieb. Am Wegestein wurden auch sogenannte Vierungen eingesetzt, und zwar  Ersatzstücke aus Sandstein in Fehlstellen. Ursprünglich wollte der Verein auf der Säule auch Kilometer-Entfernungen zu den Orten mit angeben. „Doch dafür  reichte der Platz auf der Säule nicht aus“, so Volker Gebhardt.  Der Seeligstädter kennt diesen Wegestein schon aus seiner Kindheit.  „Entweder sind wir von Seeligstadt zur Schule nach Taubenheim  den Kirchweg am Pappelberg oder eben diese Strecke am Kuhberg gelaufen“, sagt er.   Früher sei diese Verbindung eine Straße gewesen, auch der Bus wäre dort gefahren. Der Weg über den Kuhberg ist eine kurze Verbindung von Taubenheim nach Seeligstadt.

Mit dem restaurierten steinernen Kleindenkmal am Kuhberg  hat nun der Seeligstädter  Heimat- und Sportverein erneut ein Zeugnis der Heimatgeschichte vor dem Verfall bewahrt. Bereits vor drei Jahren hatte  er eine schöne Wegesäule im Ort an der Kreuzung Burkhardswalder Straße/Weitzschener Straße/Viehweg sanieren lassen und  wieder aufgestellt.  Auch damals engagierte sich Volker Gebhardt dafür, und Seeligstädter sponserten das Projekt.

 

Die sanierte Säule auf Roitzschener Flur

Die sanierte Säule auf Roitzschener Flur

Doch nicht nur am Kuhberg gibt es jetzt einen sanierten Wegestein. Ein weiterer steht an der Kreisstraße von Roitzschen nach Krögis am Abzweig Lugaer Weg/Miltitz. Auch dieses Kleindenkmal hat der Naturstein-Betrieb Vogt aus  Roitzschen vor Wochen restauriert. Für dieses Vorhaben setzte sich das Miltitzer Ingenieurbüro Müller-Miklaw-Nickel ein. Anlässlich seines  25-jährigen Betriebsjubiläums  2015 hatte es die Gäste gebeten, statt Blumen und Geschenke zu überreichen,  lieber für die Sanierung  dieses Wegesteins zu spenden.   „Das kam gut an. Wir freuen uns über die große Bereitschaft unserer Geschäftspartner, Freunde und Kunden“, sagt Martin Miklaw.  Mit den Spenden, einem Extra-Beitrag der Ingenieurgesellschaft und ebenfalls mit Fördermitteln der Denkmalpflege konnten die Kosten der Restaurierung in Höhe von 1100 Euro bestritten werden. „Wir wollten mit dem Wegestein wieder ein Stück Heimatgeschichte in den Blickpunkt rücken“, sagt Martin Miklaw, der 56-jährige  Diplomingenieur für Wasserbau. Auch an diesem Wegestein wurden etliche Schäden ausgebessert und die Aufschriften erneuert.  Dieses steinerne Denkmal von 1774, das  die Richtungen zum Bahnhof Roitzschen, nach Krögis, Miltitz und Luga angibt und am Miltitzer Rundweg steht, hat eine bewegte Vergangenheit.  Der ehemalige Miltitzer Bahnhofsvorsteher Peter Haußig, der über 20 Jahre Ortswegewart im Triebischtal war, weiß darüber gut Bescheid.  „Diese Säule markiert eine Kreuzung mit wichtigen  Verkehrswegen.   Zum Beispiel sind hier die Klosterbrüder vor Jahrhunderten auf ihrem Weg von Meißen nach Nossen vorbeigekommen.  1813 zogen Truppen von Napoleon hier entlang, von Meißen  über Luga nach Miltitz“, so der 73-jährige Peter Haußig.  1955 sei die Straße von Miltitz aus bis zum Stein erneuert worden. Da hätte damals der Miltitzer Schmiedemeister Karl Wachtel das Kleindenkmal vor der Zerstörung bewahrt und es in seinem Grundstück aufbewahrt.  2001 restaurierte Dieter Vogt kostenlos den Stein. Dieser wurde im Mai 2002 wieder aufgestellt, wie Peter Haußig berichtet. 

Text: Dieter Hanke/Fotos: Roick, Miklaw, Gebhardt, Hanke

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 02.11.2016

Wohnpark Ziegelei wächst weiter

Die ersten Eigenheime am Ziegeleipark stehen. Viele kommen dazu. Die Chancen auf einen Einkaufsmarkt steigen.

Von Marcus Herrmann

Hält die Pläne für das neue Wohngebiet „Ziegeleihöhe“ in der Hand: Investor Maik Lehmann möchte aus den Garagenhöfen Bauland machen. Potenzielle Käufer gibt es schon jetzt – dabei sind die Grundstücke noch nicht einmal erschlossen.
Hält die Pläne für das neue Wohngebiet „Ziegeleihöhe“ in der Hand: Investor Maik Lehmann möchte aus den Garagenhöfen Bauland machen. Potenzielle Käufer gibt es schon jetzt – dabei sind die Grundstücke noch nicht einmal erschlossen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Zwei, vielleicht drei Monate. Länger werden die etwa 50 Pacht-Garagen zwischen „An der Grubenbahn“ und der Nossener Straße nicht mehr existieren. Das sagt Investor Maik Lehmann. Der Geschäftsführer von Lehmann-Immobilien, die im großen Stil im Gebiet Ziegeleipark investieren, ist froh: Nach mehreren Gesprächsrunden mit Pächtern, einigen Anwaltsschreiben und einer Fristverlängerung bis 31. Oktober, bis die Garagen geräumt sein müssen, seien nunmehr alle Übergabeverträge unterzeichnet.

„Die letzten fünf bis sechs Pächter, die jetzt noch ihre Autos drin stehen haben, mussten sie bis 31. Oktober, oder im Einzelfall bis spätestens Ende des Jahres räumen“, sagt Lehmann. Dafür übernehme seine Firma die Aufräumarbeiten vermüllter Ecken zwischen den Garagen. Mit den Jahren hat sich hier einiges angesammelt.

Anschließend – also im Januar – sollen dann die Bagger anrollen. Auf dem 1,1 Hektar großen Grundstück sind elf Eigenheime geplant. Nach Fertigstellung wird es den Namen „Ziegeleihöhe“ bekommen. Wie auf der unweit entfernt gelegenen Fläche „Ziegeleipark“, wo bereits die ersten Häuser stehen, wird auch am Areal „Ziegeleihöhe“ Bauland zur Verfügung gestellt.

„Die Bauherren können dann ihre Häuser individuell bauen oder bauen lassen“, verrät Lehmann. Allerdings wird es auf der momentan noch von Garagen gesäumten Fläche teurer als im „Ziegeleipark“. Hier kostete der Quadratmeter Bauland um die 90 Euro, nebenan werden es etwa 119 Euro sein.

Wie im Gebiet „Ziegeleipark“ rechnet Lehmann wieder mit Zuzüglern, die nicht aus Meißen kommen. Die ersten Grundstücke seien bereits vergeben. Die 16 schon erschlossenen Gebiete in der Nachbarschaft werden übrigens von Bewohnern aus ganz Deutschland bezogen. „Zwei Drittel sind Zuzügler, die aus Dresden, Stuttgart oder Bayern kommen. Diese Entwicklung tut der Stadt gut, belebt das Gebiet“, erzählt Lehmann. Dass er aber, bevor die Garagen überhaupt weg sind, schon Grundstücke an potenzielle Häuslebauer vergibt, stößt einigen Garagenpächtern sauer auf. „Es ist schon interessant, wie der Investor hier vorgeht. Aber was soll man machen. Rechtlich sitzt er am längeren Hebel“, sagt einer, der sein Carport bereits übergeben hat. Das sieht Maik Lehmann genauso. „Eine Reservierung ist gesetzlich überhaupt nichts Ungewöhnliches, auch wenn die Garagen jetzt noch stehen. Natürlich beinhalten die Vorverträge für die Grundstücke aber Rücktrittsoptionen, weil man nie genau weiß, ob noch Unwägbarkeiten zu erwarten sind“, erklärt Lehmann.

Viele der Garagenpächter sind auch Pächter von Teilen des Gartenlandes hinter den Reihenhäusern. Es wird später an das Neubaugebiet „Ziegeleihöhe“ angrenzen. Einige befürchten nun, dass Lehmann auch noch daraus Bauland machen will. Schließlich hat er das Areal dem vorherigen Pachtherren abgekauft. Nicht nur, um selbst zu verpachten, wie er sagt.

„Vor allem, um die Pachtgrenzen endlich genau festzulegen. Das wurde in der Vergangenheit versäumt.“ Zu seinen weiteren Bauabsichten könne er Entwarnung geben: „Auf diesem Stück Land werde ich auf keinen Fall bauen“, verspricht er. Weil die Anwohner für ihre Gärten mit 1,70 Euro für den Quadratmeter allerdings eine höhere Pacht als zuvor zahlen, sind viele erbost. Deshalb wollen einige ein Vorkaufsrecht für die Flächen gerichtlich prüfen lassen. Sollten sie Erfolg haben, würde Lehmann verkaufen. Er hegt aber Zweifel. „Ich denke, dass sich dann schon alle Pächter dazu entschließen müssten. Das sehe ich derzeit aber nicht.“

Bezüglich der letzten größeren Freifläche im Gebiet zwischen Ziegeleimühle und Nossener Straße kommt nun auch Bewegung in die Sache. Diese wollte Lehmann im Sommer selbst kaufen. Doch der Besitzer – die Firma Ginkgo aus Dresden – machte nicht mit. Stattdessen berichtet Meißens Stadtplanerin Marina Jach im letzten Bauausschuss: „Auf der Fläche sollen zwölf weitere Eigenheime entstehen. Der Aufstellungsbeschluss ist für Januar 2017 geplant.“ Mit dieser zusätzlichen Belebung steige auch die Chance auf die Ansiedlung des schon länger gewünschten Nahversorgers im Ziegelei-Wohngebiet.

Sächsische Zeitung

Freitag, 28.10.2016

Wilsdruffs größte Baustelle

Der Rohbau für eine Fabrik für Blutwäschefilter steht. Bereits in einem Jahr soll hier die Produktion starten.

Von Annett Heyse

Die B. Braun Melsungen AG baut in Wilsdruff Europas modernste Produktionsstätte von Dialysatoren. Der Konzern schafft zunächst 140 Arbeitsplätze.
Die B. Braun Melsungen AG baut in Wilsdruff Europas modernste Produktionsstätte von Dialysatoren. Der Konzern schafft zunächst 140 Arbeitsplätze.

© Andreas Weih

Wilsdruff. Als die Wilsdruffer im Sommer 2014 ihr Gewerbegebiet an der Hühndorfer Höhe erweiterten, dachten sie erst einmal ganz klein. Eine Stichstraße wurde asphaltiert, Kabel gezogen, Abwasserschächte gesetzt. Man investierte für kleine Betriebe, für Handwerker, für Dienstleistungsunternehmen. Dann kam alles ganz anders: Nun baut hier eine Aktiengesellschaft eines der größten Werke der Region. Der Medizintechnik-Konzern B. Braun Melsungen zieht in Wilsdruff die nach eigenen Angaben modernste Produktionsstätte für Blutwäschefilter in Europa hoch. Das Unternehmen investiert dafür einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, der Freistaat Sachsen fördert die Ansiedlung mit sechs Millionen Euro. Am heutigen Freitag wird Richtfest gefeiert.

Und dabei geht es nur um einen ersten Bauabschnitt. Denn zunächst entsteht auf einer Grundfläche von 143 Metern Länge und 62 Metern Breite eine Produktionshalle. Das Gebäude ist so konzipiert, dass es an beiden Längsseiten jederzeit erweiterbar ist – bis auf die vierfache Größe.

Das Fundament ruht auf 297 Bohrpfählen, die bis in zehn Meter Tiefe reichen. „Diese leiten die Last des Bauwerks bis auf die Felsen“, erklärt Peter Wiegers, Projektleiter bei B. Braun. Wiegers hat einen knapp kalkulierten Zeitplan einzuhalten: Baustart war im Februar mit umfangreichen Erdarbeiten.

Jetzt steht der Rohbau. Kaum sind die letzten Betonelemente gesetzt, arbeiten schon die Dachdecker am neuen Gebäude, gleichzeitig starten die Fassadenbauer. Bisher wurden 550 Tonnen Stahl verbaut und 2 500 Kubikmeter Beton vor Ort gegossen. Derzeit arbeiten 70 bis 80 Fachkräfte auf der Baustelle. Deren Zahl wird in den nächsten Wochen auf etwa 150 steigen, wenn die Installation der technischen Gebäudeausrüstung beginnt. „Wir planen damit, im Frühjahr die ersten Produktionsanlagen aufzustellen“, sagt Wiegers. Schließlich soll in einem Jahr die Testphase anlaufen, ab Anfang 2018 die Serienproduktion starten. Bereits jetzt habe B. Braun dafür Mitarbeiter eingestellt. „Wir lernen die Leute in unseren Werken in Radeberg und Berggießhübel an“, sagt Bertram König, Geschäftsführer der sächsischen Tochtergesellschaft von B. Braun.

Der Konzern ist seit 2004 in Sachsen aktiv. Damals übernahm B. Braun die Produktionsstätte in Radeberg und ein Zulieferwerk in Berggießhübel. Dort werden die Hohlfasern hergestellt, die dann in Radeberg in die Filter eingesetzt werden. Sukzessive wurde die Produktion ausgebaut, doch in Radeberg ist man von der Fläche her am Limit. 13 Millionen Dialysatoren werden dort jährlich hergestellt. Wilsdruff soll nun eine Erweiterung sein. Denn die Nachfrage nach Blutwäschefiltern steigt weltweit, weil es immer mehr nierenkranke Menschen gibt. Zudem wird die medizinische Versorgung auch in Schwellen- und Entwicklungsländern immer besser. B. Braun ist so mittlerweile in 64 Staaten mit seinen Produkten vertreten.

Sogar Wasserfälle im Gelände

Die Suche nach einem neuen Standort begann vor etwa zweieinhalb Jahren. Man habe sich dabei auch im nahen Ausland umgeschaut, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben uns für Wilsdruff entschieden, weil hier alles fertig war.“ Bürgermeister Ralf Rother (CDU) bestätigt, dass dies ein großer Vorteil gewesen sein dürfte. „Allein eine Bauleitplanung, also die Voraussetzung für eine Erschließung, dauert normalerweise ein Jahr.“ Seine Stadt habe dahingehend einen großen Vorsprung vor anderen möglichen Standorten gehabt. Und er ist sich sicher: „Diese Ansiedlung wird die Stadt entscheidend prägen.“

B. Braun baut in Wilsdruff nicht irgendeine Fabrik. Vielmehr entsteht ein helles, freundliches Hauptgebäude für Produktion und Verwaltung mit Lichthöfen und viel Grün. Dazu gehört auch, dass der durchs Areal führende Bachlauf angestaut und mit zwei Wasserfällen verbunden wird – als Hingucker für Besucher, als Ruheoase für die Mitarbeiter in Pausenzeiten, aber auch als Ökosystem und Regenauffangbecken. Der See soll zukünftig die Mitte der Produktionsstätte mit Campuscharakter bilden. Jenseits des Gewässers können dann schrittweise kleinere Gebäude gebaut werden. „Dort planen wir, je nach Bedarf beispielsweise Laborräume, Forschungsabteilungen oder Büros unterzubringen“, erläutert Bertram König.

Das ist zwar noch Zukunftsmusik. Die Medizintechniker aber haben bereits die Erweiterung im Hinterkopf, wie Projektleiter Wiegers durchblicken lässt. „Ich rechne fest damit, dass an das Hauptgebäude schon bald angebaut wird.“