Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft
Blick aus Richtung Westen: Die Visualisierung zeigt, wie sich die künftige Gebäudefront auf dem Glasinvest-Areal ab dem kleinen Platz Ecke Hauptstraße entlang der Meißner Straße erstreckt.
Blick aus Richtung Westen: Die Visualisierung zeigt, wie sich die künftige Gebäudefront auf dem Glasinvest-Areal ab dem kleinen Platz Ecke Hauptstraße entlang der Meißner Straße erstreckt.
 
Radebeul

Wo einst das Glasinvest-Hochhaus stand, klafft seit nunmehr fast zwei Jahren eine städtebauliche Wunde. Seit die Abrissbagger nach dem Abbruch des DDR-Baus aus den 1970er Jahren von dem Areal abgezogen wurden, ist auf der nun entstandenen Brache an der Meißner Straße in bester Lage in Radebeul-Ost nichts weiter passiert. Eine Investorengemeinschaft wollte dort einen Wohnpark errichten. Das Vorhaben kam jedoch ins Stocken, als einer der drei Partner abgesprungen war.

Doch nun gibt es neue Bewegung. Anfang kommenden Jahres beginne die frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens. Die Planunterlagen liegen dazu ab Anfang Januar für vier Wochen im Radebeuler Rathaus aus, kündigt Peter Heil an. Der Geschäftsführer der Sächsischen Wohnimmobilien GmbH (SWG) möchte weiterhin das Projekt mit der Wohnungsgenossenschaft Lößnitz (WGL) stemmen. Er übernimmt daher auch den Part von „Hentschke Bau“. Das Bautzener Bauunternehmen hat die Investorengemeinschaft im November vor einem Jahr verlassen.

 
 

Die WGL möchte weiterhin ein mehrgeschossiges Wohnhaus an der Ecke Meißner-/Freiligrathstraße mit einer eigenen Tiefgarage und rund 30 Wohnungen bauen. „An ihren Plänen hat sich nichts geändert“, so Heil. Seine SWG dagegen wird nun an diesen Mehrgeschosser in Richtung Westen anbauen. Haus B nennt sich diese Erweiterung. So entsteht eine geschlossene Gebäudefront entlang der Meißner Straße bis zum Haltestellenbereich der Straßenbahn. Etwas versetzt kommt an der Ecke zur Hauptstraße ein weiterer mehrgeschossiger Bau hinzu, Haus A genannt.

Durch die versetzte Anordnung wird es an der Hauptstraße künftig einen kleinen Platz geben. Dort sind im Erdgeschoss von Haus A und B ein Drogeriemarkt, Bäcker, Bistro, Frisör und eventuell weitere Geschäfte zu finden. Deren Eingangs- und Schaufensterbereiche werden zur Meißner Straße hin wie eine Arkade gestaltet. Darüber befinden sich zwei Oberschosse sowie ein mit Wohnungen ausgebautes Dachgeschoss. Hinter den Gebäuden an der Meißner Straße lässt die SWG mehrere Stadtvillen in lockerer Anordnung errichten. Durch die Häuser A und B seien sie schallgeschützt. Außerdem wird in dem kleinen neuen Viertel alles fußläufig erreichbar sein. Denn den Autoverkehr möchte Heil aus dem Wohnpark verbannen. Auch er lässt eine Tiefgarage mit rund 130 Stellplätzen und der Ein- und Ausfahrt zur Hauptstraße bauen.

 

Um die 124 Wohnungen sind auf seiner Teilfläche des Glasinvest-Areals geplant. Allein in den Häusern A und B wird die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen 62 Wohnungen betreiben. „Sie sind alle barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar“, informiert Heil. Zur Meißner Straße hin bekommen sie verglaste und schallgeschützte Wintergärten. Auf der Rückseite wird es im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte der Volkssolidarität geben. Den ursprünglichen Plan von „Hentschke Bau“, in dem Haus an der Meißner Straße auch ein Pflegeheim unterzubringen, verfolgt Heil nicht.

Die gleiche Anzahl an Wohnungen wie in den Häusern A und B sehen seine Pläne auch in den Stadtvillen vor. „Sie bekommen alle Balkone Richtung Süden und es wird sich bei allen um Mietwohnungen handeln“, berichtet er. Rund 30 Millionen Euro wird die SWG in die Realisierung ihres Projektanteils investieren.

Im weiteren Bebauungsplanverfahren ist das Ziel, dass der Stadtrat noch vor der Sommerpause 2019, den Satzungsbeschluss trifft. „Dann können wir im Spätsommer mit den Aushubarbeiten beginnen und mit Hochdruck die Rohbauarbeiten angehen“, sagt Heil. Rund zwei Jahre Bauzeit sind veranschlagt. Mitte 2021 möchte er seine Häuser fertiggestellt haben. Ein halbes Jahr später wird die WGL mit der Fertigstellung ihres Gebäudeteiles folgen.

Investor Heil bringt im Zuge der Bauarbeiten auch die Hauptstraße zwischen Meißner und Goethestraße auf Vordermann. Zum grundhaften Ausbau gehört der Bau neuer Gehwege sowie von zehn Kurzzeitparkplätzen für Kunden des Drogeriemarktes und der anderen Geschäfte.

Von Silvio Kuhnert

Stromtrasse beeinflusst Resort-Planungen

Die roten Streifen markieren den Weg der Stromtrasse. © Planungsbüro Aichele

Hochspannungsleitungen kreuzen des Gelände des künftigen Erholungsortes. Das könnte für Probleme sorgen.

Tiefenau. Sie sind eine der wichtigsten Infrastrukturen für die Gegend: die 380-Kilovolt-Hochspannungsleitungen, die vom Umspannwerk Streumen weiter nördlich nach Brandenburg in Richtung des Umspannwerks Ragow verlaufen. Auf dem Weg dorthin kreuzt die Stromtrasse südwestlich von Tiefenau auch die Flächen des dort geplanten Ferienresorts. Ein Umstand, der durchaus Folgen für die Planung der Ferienanlage hat. Denn das elektrische Feld rund um Hochspannungsleitungen ist teils so stark, dass Menschen davon beeinträchtigt werden können.

Bei der Planung des Resorts musste deshalb von Gutachtern untersucht werden, ob die gesetzlich geregelten Grenzwerte im Bereich der künftigen Ferienanlage eingehalten werden. Was nicht immer gegeben ist. „Für kleine Teilflächen im unmittelbaren Leitungsbereich liegen Grenzwertüberschreitungen für das elektrische Feld vor“, heißt es in einer aktuellen Beschreibung des Resortprojekts, die die Firma von Projektentwickler Henry de Jong dem Gemeinderat vorgelegt hat. Der aktuelle Entwurf für den Ferienkomplex mit Golfplatz sieht deshalb vor, dass sich in einem etwa 35 Meter breiten Bereich jenseits der Leitungen keine Gebäude befinden.

Startschuss

Starts für das neue Wohngebiet. © Claudia Hübschmann

In der Siedlung Am Stadtblick rollen bald die Bagger. Fast alle Grundstücke sind verkauft. Viele Käufer kommen von außerhalb.

Meißen. Uwe Reuschel hat es immer schon gewusst. Irgendwann werden auf der Ackerfläche Am Stadtblick Eigenheime gebaut. „Ich komme fast jeden Tag an dem Grundstück vorbei und habe bereits seit Jahren ein klares Bild vor Augen, wie es dort einmal aussehen könnte“, sagt Reuschel. Konkret seien dies gemütliche Eigenheime mit idyllischen Blütengärten gewesen, berichtet der Bauunternehmer.

Am Mittwoch ist er diesem Ziel ein Stück näher gekommen. In Anwesenheit von Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Zuvor war das Gebiet seit Juni dieses Jahres erschlossen worden. Es erstreckt sich über 1,66 Hektar und bietet Platz für 16 Grundstücke, die jeweils 800 Quadratmeter groß sind. „Ein Teil des Geländes hat mir schon gehört. Zwei Drittel habe ich noch hinzugekauft“, sagt Reuschel. Mit seiner Firma Reuschel Haus & Grund GmbH habe er die Grundstücke nun an Interessenten verkauft. Auf der Hälfte davon baue er für die Familien auch die Häuser, sagt der 56-Jährige.

Dass es dafür Interesse gibt, zeigt die Nachfrage. Von 16 Grundstücken ist nur noch eins zu haben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 129 Euro. „Meißen wird circa 40 bis 50 neue Einwohner bekommen. Diese kommen beispielsweise aus Dresden und Radebeul. Außerdem sind auch welche aus Würzburg und aus Grainau an der Zugspitze mit dabei“, sagt Reuschel.

Über Letzteres freut sich Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke ganz besonders. „Wir sind mit der Gemeinde freundschaftlich verbunden. Unter anderem wurden dort Spenden für die St. Afra-Turnhalle gesammelt, als diese vom Wasser geschädigt war.“ Abgesehen davon begrüßte er es ebenfalls, dass sich die Menschen für Meißen entscheiden.

„Die Nachfrage ist unvermindert hoch. Auch auf dem Baufeld 14 in der Niederauer Straße gibt es nur noch ein freies Grundstück. Der Hauptgrund ist sicherlich, dass wir im Gegensatz zu Dresden oder Radebeul noch erträgliche Preise haben und die Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Nahverkehr und Kitas gut ausgebaut ist“, sagt Raschke, den auch persönliche Erinnerungen mit dem Areal verbinden, insbesondere mit der im Osten angrenzenden 40 Eigenheime umfassenden Siedlung, die in den 1980er-Jahren entstanden ist.

Weil Raschke die Menschen vor Ort gut kennt, weiß er, dass es wegen des neuen Eigenheimgebiets Unmut gegeben hat. „Im Laufe der Jahre hat sich eine Art Gewohnheitsrecht herausgebildet.“ So hätten die Menschen beispielsweise Grillecken angelegt und sich darauf eingerichtet, dass die Straßen dauerhaft Sackgassen blieben. „Es war aber immer klar, dass das Gebiet eines Tages erweitert wird“, sagt Raschke.

Uwe Reuschel, der sich auf die entsprechenden Planungen aus den 1970er-Jahren gestützt hat, ergänzt: „Für die Alteingesessenen gibt es durch die Erweiterung einige Vorteile. Sie können jetzt von zwei Seiten an ihr Grundstück heranfahren und bekommen zudem eine Gasleitung und eine neue Wasserleitung“, sagt Reuschel, der sich bei der Stadt für die schnelle Erschließung des neuen Geländes bedankte.

An die Spaten, fertig, los!

Mit dem ersten Spatenstich begann symbolisch der Bau der Sporthalle in Schieritz. © Claudia Hübschmann

Am Freitag gab es den ersten Spatenstich für die neue Sporthalle in Schieritz. Gebaut wird aber noch lange nicht.

Diera-Zehren. Sie wird von vielen Freizeitsportlern aus der Gemeinde sehnsüchtig erwartet: die neue Sporthalle in Schieritz. Sie ist ein Ersatzneubau für die ehemalige Zehrener Schulturnhalle, die dreimal im Elbehochwasser unterging. Nach der letzten Flut 2013 wurde entschieden, diese nicht erneut aufzubauen. 

Am Freitagnachmittag wurde nach fast sechs Jahren der erste Spatenstich vollzogen. Es ist aber nur ein symbolischer Akt. Richtig gebaut wird erst ab März kommenden Jahres. Ursprünglich war von einer Bauzeit von rund einem Jahr die Rede. Wie Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos) am Freitag sagte, soll die Halle erst im August 2020 übergeben werden.

Die Kosten von rund drei Millionen Euro werden zum Teil aus Spendengeldern aufgebracht. So gaben die Johanniter Unfallhilfe und der Verein Arche Nova jeweils 150 000 Euro, der Arbeiter-Samariter-Bund steuert gar 400 000 Euro bei. 

Aus der Sportförderung des Freistaates Sachsen und aus Hochwasserhilfen fließen insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. Auch die Gemeinde Diera-Zehren muss einen Eigenanteil zahlen. Es entsteht eine Einfeld-Sporthalle mit Kegelbahn. Sie ist der Ersatz für die Kegelanlage in Niederlommatzsch, die ebenfalls vom Hochwasser überflutet wurde.

Unumstritten ist die Halle nicht. Die einen kritisieren die hohen Kosten für eine relativ kleine Anzahl an Freizeitsportlern, die Anwohner in Schieritz fürchten Lärm und dass ihre Grundstücke zugeparkt werden. 

Zudem sei die Zufahrtsstraße zu eng und nicht für so viele Fahrzeuge ausgelegt. Unzufrieden sind auch die Fußballer des SV Wacker Zehren. Sie kritisieren, dass die vier Kabinen in der Halle bei Fußballspielen nicht ausreichten, wenn gleichzeitig noch andere Sportler in der Halle trainierten. 

Zudem wollen sie ihr altes Vereinsheim behalten. Der stellvertretende Vereinschef Thomas Matthes nahm deshalb demonstrativ nicht am ersten Spatenstrich teil. Auch der Standort ist umstritten. Insgesamt standen vier Standorte zur Auswahl. „Die Sportler haben demokratisch entschieden, dass in Schieritz gebaut werden soll, das müssen wir akzeptieren“, so die Bürgermeisterin. Sie wolle Harmonie mit den Anwohnern. „Wir müssen uns zusammenreißen während des Baus und auch nach dem Bau“, sagte sie.

Die Bürgermeisterin setzt auf eine Symbiose mit dem in Zehren ansässigen Vereinen und darauf, dass weitere Sportler die neue Halle nutzen werden. Anfrage gäbe es schon, beispielsweise von Tänzern.