Müller-Miklaw-Nickel Ingenieurgesellschaft

Der Traum soll weitergehen

Die Betreiber von Gut Frohberg wollen ausbauen. Nicht alle Nachbarn sehen das mit Freude.

Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Seminarzentrum Gut Frohberg in Schönnewitz. Jetzt soll es erweitert werden.
Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Seminarzentrum Gut Frohberg in Schönnewitz. Jetzt soll es erweitert werden. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Das war eine Premiere. Noch nie tagte der Käbschütztaler Gemeinderat im Gut Frohberg in Schönnewitz. Dabei gibt es das Seminarzentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten schon seit Mitte der 1990er Jahre. So unterschied sich die Sitzung diesmal schon vom Ambiente. Sonst treffen sich die Räte in der eher sterilen Aula der Krögiser Schule.

Und auch in anderer Hinsicht unterschied sich die Sitzung. Es waren deutlich mehr Gäste anwesend, als Gemeinderäte. Das hatte einen guten Grund. Rudolf Schwarzmüller, einer der Betreiber der Anlage, stellte in der öffentlichen Sitzung die Pläne zum Ausbau und zur Erweiterung vor.

Die Anwohner von Schönnewitz, die von den Plänen mehr oder weniger direkt betroffen sind, waren ausdrücklich eingeladen, um sich zu informieren, aber auch Bedenken und Ideen vorzutragen. Denn die Ausbaupläne treffen längst nicht bei jedem auf Zustimmung.

Er habe sich hier einen Lebenstraum erfüllt, sagt Rudolf Schwarzmüller, der das Haus, seit einiger Zeit mit zwei neuen Gesellschaftern betreibt. Der Traum soll nun noch weitergehen. Sie möchten einen neuen Parkplatz schaffen, um die Anzahl der Parkflächen deutlich zu erhöhen. 

Künftig soll es 90 Parkplätze geben, derzeit sind es 50, von denen aber einige durch die geplanten Bauarbeiten wegfallen würden. Der neue Parkplatz soll aus Kunststoffsteinen, die ins Gras wachsen, gebaut werden.

Ein Teich soll naturnah im Tal angelegt und gleichzeitig als Feuerlöschteich genutzt werden. Dies ist auch eine Auflage nach dem Brand in der Anlage im November 2016. Geplant ist, das Gästehaus zu erweitern, eventuell soll auch der Saal vergrößert werden. Derzeit gibt es auf Gut Frohberg laut Internetportal acht Einzel- und 38 Doppelzimmer, dazu acht Gruppenräume. 

Durch einen Brand und die danach erforderlichen Brandschutzmaßnahmen seien einige Zimmer verloren gegangen, erläutert Schwarzmüller. Die neuen Betreiber wollen zudem auf dem Grundstück ein Eigenheim errichten. Neu ist eine Zeltwiese, die angelegt werden soll. „Viele Gäste haben wenig Geld, wollen deshalb im Zelt übernachten“, so der Betreiber.

Besonders umstritten ist der Parkplatz, der auf einer Wiese neu gebaut werden soll. Der Standort befindet sich allerdings in einer 90-Grad-Kurve einer schmalen und relativ vielbefahrenen Straße, auf der auch Fußgängerverkehr herrscht. Gemeinderat Jörg Lantzsch (Bürger für Käbschütztal) schlug deshalb vor, den Parkplatz zu verlegen. 

Er solle jetzt an der Straße, die von der B 101 nach Schönnewitz führt, gleich links auf einer Fläche angelegt werden. Auch Christoph Diemert möchte keinen Parkplatz gleich neben seinem Grundstück. „Die Scheinwerfer der Autos blitzen ins Wohnzimmer, es gibt Lärm, weil die Motoren laufengelassen werden“, sagte er.

Ulf Dietrich aus Schönnewitz appelliert an den Rat, Beschlüsse im Interesse der jungen Generation zu schaffen, die hier noch viele Jahre und Jahrzehnte leben wollen und meinte damit die neuen Gesellschafter. Diese wollten in Frieden mit den Mitbewohnern leben.

 Vom Architekten erwarte er, dass er flächenschonend plane und möglichst wenig neue Ackerfläche versiegele. Architekt Udo Scholz erläuterte, dass es sich bei der jetzigen Planung zunächst um eine Entwurfsplanung handele. Diese solle Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Grundstück sichern und sei notwendig, weil es im Außenbereich liegt. 

Deshalb sei ein Bebauungsplan notwendig, der sich mit dem Flächennutzungsplan der Gemeinde in Übereinstimmung bringen lasse. Den Bebauungsplan muss das Landratsamt genehmigen. 

Zuvor werden alle Betroffenen und die Öffentlichkeit angehört. Ob die geplanten Baumaßnahmen stattfinden können, ist derzeit unklar, ebenso wie ein etwaiger Baubeginn. Es könnten durchaus ein, zwei Jahre ins Land gehen.

Glasinvest kurz vorm Zieleinlauf

Am Mittwoch sollen die Radebeuler Stadträte entscheiden, ob 2020 endlich gebaut werden darf.

Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet.
Die geplante Eingangssituation in das Areal von ehemals Glasinvest ist von einem Platz gekennzeichnet. © Visualisierung: Architekturbüro AT2

Vier Jahre sind ins Land gegangen, seitdem ganz konkret für den ehemaligen Standort von Glasinvest an der Meißner Straße in Ost geplant wird. Vorher und auch seitdem hatten sich potenzielle Investoren dafür interessiert, auch Pläne vorgelegt. Die Besitzverhältnisse für die Fläche haben sich wiederholt geändert. Zwei der Investoren haben letztlich durchgehalten und wollen jetzt auch bauen.

Es sind die Sächsische Wohnimmobilien GmbH (SWG) des Radebeulers Peter Heil und die Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz. Sie wollen auf dem Areal von einer Gesamtgröße von rund 15.000 Quadratmetern zusammen in mehreren Gebäuden fast 150 Wohnungen errichten.

Der Radebeuler Wohnungsgenossenschaft Lößnitz gehören 2.583 Quadratmeter. Das betrifft die Fläche an der Südostseite im Winkel von Meißner Straße und Freiligrathstraße. In dem Gebäudewinkel will die WG Lößnitz 35 Wohnungen bauen, deren Größen werden zwischen 60 und 80 Quadratmetern liegen, so der Radebeuler Architekt Frank Mehnert, welcher mit seinem Büro aT2 für die Pläne beider Bauherren zuständig ist.

Peter Heil möchte zwei Gebäude an der Meißner Straße sowie im Eck Meißner Straße, Hauptstraße errichten. Sieben weitere Häuser sind hinter diesen Richtung Weinbergseite geplant. An der Meißner Straße sind 54 Wohnungen vorgesehen. Zur Straße hin werden diese Wohnungen mehrfach verglaste Wintergärten bekommen, so dass die Verkehrsgeräusche der Hauptstraße in den Wohnungen nicht ankommen sollen.

In den sieben Stadthäusern dahinter sind 52 Wohnungen vorgesehen – mit zwei, drei und vier Räumen und Größen von 60 bis 100 Quadratmetern. Unter einem Großteil des Areals wird eine Tiefgarage eingerichtet. 66 Stellplätze soll es hier geben. Die Einfahrt ist an der Hauptstraße, wo weitere Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden. Diese sind für Kunden der Geschäfte gedacht, die im Erdgeschoss der Häuser an der Meißner Straße angesiedelt werden sollen. Dazu gehören der Drogeriemarkt Rossmann, eine Bäckerei mit Café und eine Bank. Außerdem hat Heil neuerdings auch Ärzte als Mietinteressenten gefunden.

Von der Einkaufsstraße Hauptstraße in Radebeul-Ost wird mit dem Sanieren der Meißner Straße zwischen Gleisdreieck und Eduard-Bilz-Straße eine direkte Verbindung als Fußgängerübergang ins Glasinvest-Areal angelegt. Der Übergang befindet sich an der Westseite der geplanten neuen Straßenbahnhaltestelle. Über die Meißner Straße gelangt der Bürger auf einen kleinen Platz mit Bäumen und Bänken. Ein Durchgang zwischen den Fronthäusern führt ins Wohngebiet mit den Stadthäusern dahinter.

Zuletzt hatten die Stadträte eine weitere Auslegung der Pläne gefordert und die Fassadengestaltung mit in den Durchführungsvertrag – den Investor und Stadt unterschreiben – aufgenommen. Nach der Auslage gab es eine Einwendung von einem Bürger, der darum bittet, den Fahrradverkehr auf der Hauptstraße passend mit einzuordnen.

Zu dem, was die Investoren mit übernehmen müssen, gehören auch die Sanierung der Hauptstraße bis zur Goethestraße sowie das Verbreitern des Gehweges in der Freiligrathstraße. Im Durchführungsvertrag sind alle Details und Verpflichtungen beschrieben, etwa auch, was gepflanzt werden soll. Zum Beispiel auf dem Vorplatz an der Ecke Hauptstraße, Meißner Straße. Rund 650.000 Euro planen die Investoren für das Bauen an öffentlichen Straßen und Plätzen im Gebiet ein.

Bekommen die jetzt ausführlich im Stadtentwicklungsausschuss besprochenen Pläne nach dem Ausschuss auch die mehrheitliche Zustimmung im Stadtrat, dann will das Radebeuler Architekturbüro aT2 von Frank Mehnert und Dirk Georgi im Januar den Bauantrag für alle Vorhaben einreichen. Ziel sei es, im Frühjahr mit dem Erdaushub zu beginnen und die Tiefbauarbeiten 2020 abzuschließen, sagt Peter Heil. Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren.

„Die Frauenkirche hat mich inspiriert“

Dem Ziel, aus Tiefenau einen Ort für Feriengäste zu machen, ist Henry de Jong zuletzt ein gutes Stück näher gekommen. Die SZ hat mit ihm darüber gesprochen.

Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden.
Steinmetz Arkadiusz Kosiol ist derzeit mit Sanierungsarbeiten am Tor des Tiefenauer Ritterguts beschäftigt. Die Gemäuer sollen einmal das Herzstück des viel größeren Ferienresorts mit Golfplatz bilden. © Sebastian Schultz

Herr de Jong, der Bebauungsplan für das Resort in Tiefenau ist von der Gemeinde beschlossen. Wann fangen Sie mit dem Bauen an – und wo?

Das hängt davon ab, wann der Bebauungsplan bekannt gemacht wird. Wie Sie gehört haben, könnte das Anfang nächsten Jahres passieren. Das Erste, was wir dann bauen wollen, wird ein Musterferienhaus an der Nordseite des Schlossgeländes sein.

Wozu?

Das soll dem Vertrieb weiterer Ferienhäuser dienen. Wir sind eine Projektentwicklungsgesellschaft. Mit dem Verkauf der Ferienhäuser erwirtschaften wir einen Ertrag, um das Projekt weiter voranbringen.

Angenommen, man würde so ein Ferienhaus kaufen wollen. Wie viel Geld muss man da mitbringen?

Wir kalkulieren mit unterschiedlichen Modellen, und es hängt auch vom Bauherrenwünschen ab. Das kleinste Modell hat vier Betten, das größte acht bis zwölf. Es geht ab etwa 200.000 Euro los.

Sie haben die Gesamtkosten für das Ferienresort einmal mit 50 Millionen Euro beziffert. Ist das noch aktuell?

Es wird etwas mehr, es ist ja seither auch etwas Zeit vergangen. Wir rechnen grob mit 50 bis 55 Millionen Euro.

Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A
Der aktuelle „Masterplan“ zeigt, wie das Resort einmal aussehen soll. Unten links: die von Lichtensee kommenden Straßen S 89 Richtung Heidehäuser und B 169 Richtung Ortslage Tiefenau. Das Tiefenauer Rittergut (oben rechts) soll das Herz der Anlage sein. A © Repro: SZ

Gibt es eigentlich einen Plan für den Fall, dass die Finanzierung nicht zustande kommt?

Nein, es gibt keinen Plan B. Ich glaube, für ein Projekt wie Tiefenau ist es die richtige Zeit. Die Leute suchen sichere Anlagen und investieren gern in Immobilien. Die Großstädte sind aber für viele zu teuer geworden und auch zu riskant. Aus der Marktforschung, die wir kennen, leiten wir ab, dass es einen Bedarf nach hochwertigen Ferienhäusern gibt. Auf dem Niveau, das wir anstreben, sind Ferienwohnungen auch für das ganze Jahr gebucht.

Werden sie das denn auch? Viele fragen sich, wieso Touristen gerade nach Tiefenau kommen sollten ...

Ich kann verstehen, dass Leute so denken. Dazu muss man aber sagen: Die Gäste kommen nicht nur wegen der Umgebung. Sie kommen vor allem wegen dem, was das Resort bietet. Das Resort ist eine Welt für sich mit Top-Wellness und -gastronomie, Golfplatz, schöner Natur und Ruhe.

Das suchen viele – auch gerade Firmen, die ihre Leute zu Tagungen schicken. In der Nähe meines Wohnortes in den Niederlanden gibt es eine ähnliche Anlage. Sie heißt Lauswolt und ist immer sehr gut gebucht. Da kann man auch sagen, das liegt mitten im Nirgendwo. Stimmt. Aber: Es funktioniert.

Vor fünf Jahren haben Sie gesagt, dass bis dahin eine Million Euro in die Entwicklung des Projektes geflossen ist. Wie hoch ist der Betrag inzwischen?

Zwischen drei und vier Millionen Euro.

Henry de Jong.
Henry de Jong. © Sebastian Schultz

Wer trägt eigentlich die Kosten?

Es gibt mehrere Investoren, insgesamt etwa zehn bis 15 Leute.

Wie muss man sich das vorstellen?

Man fängt mit einer Idee an. Ich habe diese Idee Geschäftsfreunden im In- und Ausland gezeigt. Die haben gesagt, das ist ambitioniert, kann aber funktionieren. Dann fängt man an, mit eigenem Geld und Einsatz. Dann kommt der Zeitpunkt, an dem man an Freunde und einen Liebhaberkreis herantritt. So baut sich das Ganze aus. Je weiter man kommt, desto attraktiver wird es.

Für Leute mit viel Geld ...

Es sind Unternehmer, die sich beteiligt haben und Liebhaber. Diese Leute haben Geld und keine Angst, so etwas zu machen. Sie verstehen auch, dass so ein Projekt viel Zeit braucht. Diese Leute können die Risiken einschätzen und haben auch die Ruhe, zu verkraften, wenn es schiefgehen würde. Das wird es aber nicht.

Im Gemeinderat haben Ihre Planer gesagt, dass eine Klage gegen den Bebauungsplan möglich ist, etwa durch einen Umweltverband wie den Nabu. Das würde das Projekt um Jahre verzögern. Wie groß ist Ihre Sorge vor so einer Klage?

Sehr klein. Ich möchte auch gern weiterhin mit dem Nabu sprechen. Denn ich sehe es so: Wir schaffen durch den geplanten Golfplatz mehr Natur und Platz für Tiere, wo jetzt noch sehr intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Nabu klagt, um diesen Status quo zu erhalten.

Geschäftsmann Henry de Jong arbeitet seit rund 15 Jahren an einem Ferienareal in Tiefenau, das rund um das dortige Rittergut angelegt werden und rund 100 neue Arbeitsplätze bringen soll.

Nachdem vor zehn Jahren erste Planungsverfahren angelaufen waren, schien das Großprojekt zum Erliegen gekommen; im Hintergrund liefen aber Planungen und der Grunderwerb weiter.

2016 wurde das Planungsverfahren wieder gestartet. Das Resortprojekt war überarbeitet und u. a. die Zahl der Ferienhäuser von einst 350 drastisch reduziert. Als künftiger Betreiber der Anlage wurde das Unternehmen RIMC vorgestellt.

Ende 2017 verkündete Henry de Jong, das Tiefenauer Rittergut und weitere Flächen mit seiner Firma gekauft zu haben. Danach begannen Aufräumarbeiten.

Im November 2019 beschloss der Wülknitzer Gemeinderat den Bebauungsplan für das Resort. Damit ist das Baurecht für das Großprojekt greifbar

 

 

 

 

Wenn es nächstes Jahr mit dem Bauen losgeht: Wie lange werden Sie bauen?

Ich denke, etwa zwei bis zweieinhalb Jahre. Gewisses Verzögerungspotenzial gibt es beim Golfplatz durch das Wetter und beim Schlossareal wegen der alten Bausubstanz.

Sie sprechen vom Schloss: Wenn es als Hotel wiederaufgebaut würde, hätte Tiefenau ein wiederaufgebautes Stück Barock – so wie Dresden die Frauenkirche ...

Die Frauenkirche hat mich sehr inspiriert, muss ich sagen. Ich habe damals gedacht: Mensch, wenn das funktioniert, dann ist viel möglich. Dresden kenne ich ja noch aus der Vorwendezeit. Dort ist sehr viel Schönes wieder entstanden, und man spürt auch eine Magie und Atmosphäre. Das zieht die Leute an. Ich denke, das wird Tiefenau auf seiner bescheidenen Ebene auch.

Eine neue Abbiegerspur für die B 169?

Gäste, Mitarbeiter und Zulieferer würden Tiefenau mehr Verkehr bringen – der auf neuen Wegen geführt werden soll.

© SZ-Grafik

Tiefenau. Golfspieler, Feriengäste, Service-Personal: Wenn das Ferienresort des niederländischen Unternehmers Henry de Jong in Tiefenau einmal steht, sollen täglich Hunderte Menschen rund um das Gelände unterwegs sein. Allein der Golfplatz soll wochentäglich 70 Besucher haben, an Wochenende und Feiertagen mehr als doppelt so viele.

Bei den Planungen für die Ferienanlage spielt deshalb eine wichtige Rolle, wie diese Menschen künftig mit dem Auto in das Resort hinein- und wieder wegfahren. In den derzeit ausliegenden Resort-Planungen findet sich dazu unter anderem eine 35-seitige Studie. In dieser haben Verkehrsplaner anhand prognostizierter Gästezahlen abgeleitet, wie viel Verkehr künftig bei Tiefenau vermutlich fließt, daraus abgeleitet, wie dieser Strom geführt werden soll.

Bei einer 55-prozentigen Belegung von Hotel und Ferienhäusern gehen die Planer zum Beispiel von 380 Pkw- und vier Lkw-Fahrten pro Tag aus – Liefer- und Personalverkehr inklusive. Beim Golfplatz wird von 95 Pkw-Fahrten täglich von knapp 100 Pkw-Fahrten und einer Lkw-Fahrt ausgegangen.

Die Planer haben in ihrer Studie zwei Erschließungsvarianten für das Resortgelände gegenübergestellt: In der einen wird ein Teil des Verkehrs von der S 89 beziehungsweise von Heidehäuser her über den Heidehäuser Weg in Richtung des Tiefenauer Rittergutsgeländes geführt, wo in Zukunft das „Herz“ des Resorts liegen soll. 

Dafür müsste der erst vor Kurzem von der Gemeinde sanierte Spansberger Weg noch einmal gründlich ausgebaut werden. Geschätzte Kosten: bis zu 540.000 Euro. Ein deutlich größerer Anteil an Fahrzeugen käme aber von der B 169 her.

Das dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum die Planer die zweite Erschließungsvariante empfehlen: Die kommt ohne den Ausbau des Heidehäuser Wegs aus. Sämtlicher Erschließungsverkehr würde dann von der B 169 in das Resortgelände geführt. 

Dafür würde nach Vorstellungen der Planer die Bundesstraße in Höhe des Heidehäuser Wegs umgebaut. Demnach soll ein Linksabbieger-Streifen entstehen. Dessen Bau würde nach Schätzungen der Planer nur knapp 50.000 Euro kosten.

Über diese Spur müssten dann auch alle Tiefenauer, die am Spansberger Weg wohnen, künftig langfahren, wenn sie von Lichtensee aus nach Hause wollen. Denn von der B 169 nach links in den Spansberger Weg abzubiegen, soll nach Vorstellung von Henry de Jongs Verkehrsplanern künftig nicht mehr möglich sein. 

Die künftige Verkehrsstärke auf der Bundesstraße würde weder die eine noch die andere Erschließungsvariante maßgeblich beeinflussen: Zwischen Lichtensee und Gröditz sei eine Zunahme von weniger als fünf Prozent gegenüber der Verkehrsprognose angegeben, so die Planer, die sich nach eigenen Angaben auf die Landesverkehrsprognose 2030 und Daten des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Der Bebauungsplan-Entwurf für das Tiefenauer Ferienresort, inklusive aller Unterlagen, liegt noch bis Freitag, 5. Juli, öffentlich in den Gemeindeverwaltungen Wülknitz und Röderaue aus. Auch auf den Webseiten der Gemeinden können die Dokumente heruntergeladen werden.

Als nächstes kommt die Ruine dran

Die Wohnungsbaustelle an der Uferstraße in Kötzschenbroda kommt gut voran. Bis Weihnachten wird noch wesentlich mehr zu sehen sein.

Neben dem Fundament des ruinösen Gebäudes an der Kötitzer Straße wird jetzt die Grube für den künftigen Anbau ausgehoben.
Neben dem Fundament des ruinösen Gebäudes an der Kötitzer Straße wird jetzt die Grube für den künftigen Anbau ausgehoben. © SZ Peter Redlich

Radebeul. Was der Bagger jetzt freilegt, zeigt ein Fundament, wie eben vor 100 und mehr Jahren gebaut wurde. Bruchsteine von der Elbe und den Äckern geholt. Darauf sind Ziegel gemauert und schließlich ein Haus gesetzt, dessen Außenwände solide aus Doppelziegel und die Innenwände immerhin noch zwölf Zentimeter dick aus Stein sind. Das Dach der Ruine im Dreieck an der Kötitzer Straße, Uferstraße in Kötzschenbroda ist weitgehend dicht. Es gibt nur kleinere Wasserschäden im Gebälk. Bauherr Christoph Dross will demnächst den Bauauftrag für Sanierung und Neueinrichtung dieses Gebäudes vergeben.

Unter der Dielung fand Bauhauf-Geschäftsführer Helge Harzdorf eine Sächsische Zeitung von 1965. © SZ Peter Redlic

Rundherum entstehen auf dem insgesamt 5.000 Quadratmeter großen Grundstück schon deutlich sichtbar drei neue Häuser. Im Dezember sollen die ersten beiden Gebäude im Rohbau übergeben werden, sagt Helge Harzdorf, Geschäftsführer der hiermit beauftragten Coswiger Firma Bauhauf. Bis Ende Januar, im April und Mai sollen weitere drei Gebäude folgen.

In den Häusern, so Bauherr Dross, werden insgesamt 30 Wohnungen mit 3.000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Es sollen vorwiegend Drei-, Vier- und auch einige Fünfraumwohnungen sein. Im alten Gebäude an der Kötitzer Straße wird es auch einige Zweiraumwohnungen geben.

Hier sind Größen zwischen 48 und 60 Quadratmeter geplant. Die Mehrzahl der Wohnungen sind zwischen 68 und 93 Quadratmetern groß. Die größte Wohnung werde 125 Quadratmeter umfassen. Eine Dachgeschosswohnung im Altbau kommt auf 108 Quadratmeter – alle Größenangaben sind mit Terrasse oder Balkon gerechnet. Fast jede Wohnung soll einen, manche werden sogar zwei Balkone haben.